Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Die Stars unter den Berliner Zootieren

Die Berliner lieben ihren Zoo. Jedes Jahr werden rund zwei Millionen Besucher gezählt. In den langen Jahren seines Bestehens gab es immer wieder Zoobewohner, die in besonderer Weise die Herzen der Menschen berührten. Hier sind einige ihrer Geschichten.

Bao Bao
Bobby
Bulette
Fatou
Knut
Knorke
Knautschke
Meng Meng und Jiao Qing
Missie

Bao Bao (Großer Panda)
Pandabär Bao Bao ("Schätzchen") wurde 1978 in China geboren und starb am 22. August 2012 in Berlin. Von Anfang an gehörte er zu den Publikumslieblingen des Berliner Zoos.
Bis zu seinem Tod war er der älteste weltweit in einem zoologischen Garten lebende Große Pandabär und war gleichzeitig der Einzige seiner Art, der in einem deutschen Zoo gehalten wurde.
Am 5. November 1980 traf der damals zweijährige Bao Bao gemeinsam mit dem Pandaweibchen Tjen Tjen (Himmelchen) im Berliner Zoo ein. Sie stammten aus dem Zoo von Chengdu und waren ein Gastgeschenk des damaligen chinesischen Partei- und Regierungschefs Hua Guofeng an den deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt, der die Tiere wiederum dem Berliner Zoo schenkte. Sowohl Bao Bao als auch Tjen Tjen waren Wildfänge.

Eigens für die beiden Pandabären wurde eine Anlage für rund 750.000 DM gebaut. Schnell wurden Bao und seine Gefährtin zu Publikumsmagneten und bescherten dem Berliner Zoo eine Steigerung des Kartenverkaufs um 30 Prozent.
Die Geschichte um Bao Bao und seiner Gefährtin endete allerdings nicht mit einem Happy End, denn als Tjen Tjen geschlechtsreif wurde, hing der Haussegen zwischen beiden so schief, dass sie getrennt werden mussten. Am 8. Februar 1984 starb sie schließlich an einer Virusinfektion.
Bao Bao blieb allein zurück - trotz aller Versuche, ein Pandaweibchen aus einem anderen Zoo zu bekommen. Dies gelang erst im Jahr 1991, als er an den Londoner Zoo ausgeliehen wurde, damit er sich mit der gerade aus China eingetroffenen Pandabärin Ming Ming (Lichtlein) paarte. Allerdings erwiesen sich die Bemühungen, dort auf natürlichem Weg Zuchterfolge zu erzielen, als Fehlschlag, denn die Pandabärin zeigte keinerlei Interesse an Bao Bao. Dieser wiederum zeigte sich von ihrer Anwesenheit wohl so genervt, dass er ihr ein Ohr abbiss. Am 26. Mai 1993 kehrte Bao Bao an die Spree zurück - zwar nicht mit Nachwuchs aber mit zehn Kilogramm Übergewicht.

Am 14. April 1995 erhielt der Berliner Zoo als Leihgabe der chinesischen Regierung für fünf Jahre ein weiteres Pandaweibchen aus dem Pekinger Zoo, aber auch mit der zehnjährigen Yan Yan ("Die Schöne") gelang die Zeugung von Nachwuchs nicht. Als auch Hormontherapie und künstliche Befruchtung erfolglos blieben, wurden die Versuche 2005 beendet.
Am 26. März 2007 starb Yan Yan im Alter von 22 Jahren an einem Herz-Kreislauf-Versagen.
Am 22. August 2012 verstarb auch Bao Bao im Alter von 34 Jahren.
Sein Fell wird im Berliner Naturkundemuseum aufbewahrt.

Bobby (Gorilla)
Der Gorilla Bobby wurde um das Jahr 1926 geboren und starb am 1. August 1935 an einer Blinddarmentzündung. Er war der erste seiner Art, der am 30. März 1928 - im Alter von etwa zwei Jahren - in den Berliner Zoo einzog. Heute ist er das Wappentier des Zoologischen Gartens.

Der Schriftsteller und Tierzeichner, Paul Eipper, holte den kleinen Gorilla, der ursprünglich aus Kamerun stammte, in Marseille ab und brachte ihn mit dem Zug nach Berlin. Aus dem 16 Kilo schweren Leichtgewicht entwickelte sich bald ein ausgewachsener Gorilla mit einem Lebendgewicht von ansehnlichen 262 Kilo. Bobby wurde zur Attraktion und zum Liebling der Berliner Zoobesucher.
Am 1. August 1935 starb Bobby im Alter von nur sieben Jahren an einer Blinddarmentzündung. Bei der Obduktion wurde außerdem eine unterentwickelte Hypophyse (Hormondrüse) festgestellt, was dazu führte, dass der Silberrücken nie die körperliche Reife erlangt hätte.

Nach dem Tod des Gorillas schuf der Tierbildhauer Fritz Behn (1878-1970) zum Andenken an Bobby eine Granitstatue, die noch heute den Zoobesucher begrüßt.
Bobby wurde ausgestopft und steht seitdem im Museum für Naturkunde in Berlin-Mitte. Durch den Einsatz einer neuartigen Imprägnierungstechnik wurden selbst die feinstrukturierten Gesichtszüge erstaunlich gut erhalten.
Bobby soll den österreichischen Komponisten Walter Jurmann zu seinem Gassenhauer "Mein Gorilla hat 'ne Villa im Zoo" aus dem Jahr 1933 inspiriert haben. Früher wurde dieser Song von Hans Albers interpretiert, heute von Max Raabe.

Bulette (Flusspferd)
Flusspferddame Bulette kam am 3. April 1952 im Leipziger Zoologischen Garten zur Welt und starb am 31. Dezember 2005 im hohen Alter vor 53 Jahren im Berliner Zoo. Bis heute hält sie den Rekord, das älteste Zootier Europas gewesen zu sein.
Am Silvestertag 2005 musste die inzwischen von 2500 Kilo auf 1000 Kilo abgemagerte Flusspferdkuh nach einer schweren Beinerkrankung eingeschläfert werden. Da sie immer wieder von ihren Artgenossen angegriffen worden war, wurde sie in ihren letzten Lebensmonaten separat von den anderen Flusspferden gehalten.

Bulette war Mutter von mehr als 20 Flusspferden und sicherte damit den Flusspferd-Nachwuchs der europäischen Zoos. Sie war die Stammmutter der Nachkriegsgeneration an Flusspferden. Dass sie sowohl mit ihrem Vater als auch mit ihrem Sohn Nante gemeinsame Nachkommen hatte, ist dabei durchaus zu beanstanden....
Erfreulich ist aber, dass einige ihrer Nachkommen in afrikanischen Flussgebieten ausgewildert werden konnten.

Fatou (Gorilla)
Fatou (die "Strahlende", eine Kurzform von Fatima) ist nicht nur die älteste Gorilla-Dame Berlins sondern gemeinsam mit Trudy aus dem Little Rock Zoo im US-Bundesstaat Arkansas sogar die älteste Gorilla-Dame der Welt. Am 13. April 2017 feierte sie ihren 60. Geburtstag.
Da Fatou ein Wildfang ist, beruht ihr Alter allerdings nur auf einer Schätzung. Sie könnte nach Aussage des Zoo-Tierarztes sogar noch ein wenig älter sein. Aber auch bei ihrer amerikanischen Zeitgenossin konnte das Alter nur geschätzt werden, denn auch sie wurde in freier Wildbahn geboren.
Als älteste Gorilla-Dame galt bislang Colo, die aber am 17. Januar 2017 im Alter von 60 Jahren im Zoo von Columbus/Ohio verstarb. Im Gegensatz zu Fatou und Trudy beruht die Altersangabe bei Colo nicht auf einer Schätzung, denn Colo wurde am 22.12.1956 im Zoo geboren und war zudem das erste Gorilla-Weibchen, das in einem Zoo geboren wurde.

Die alte Lady hat eine abenteuerliche Geschichte hinter sich. Als Jungtier war sie im Besitz eines Matrosen, der sie aus Westafrika mitgebracht hatte und sie in einer Marseiller Hafenkneipe versetzte, da dieser seine Zeche nicht begleichen konnte.
1959 landete Fatou auf dem Arm der Kneipenwirtin auf dem Flughafen Tempelhof.
Der Berliner Zoo wurde fortan ihr neues Zuhause. Hier wartete auch schon Knorke auf sie, ihr Partner und Vater ihrer 1974 geborenen Tochter Dufte, der erste im Berliner Zoo geborene Gorilla.
Leider war Dufte nur ein kurzes Leben beschieden, denn sie starb im Alter von nur 27 Jahren an einer eitrigen Gebärmutterentzündung.
Auch Knorke ist schon lange tot. Er starb 2003 im Alter von 40 Jahren an Altersschwäche. Aber da ist noch M'penzi, die 30-jährige Enkelin von Fatou und die lebt und ist putzmunter.
Aber auch ihre Oma ist abgesehen von einer leichten Arthrose und dem Verlust fast all ihrer Zähne für ihr Alter noch verdammt gut drauf!

Knautschke (Flusspferd)
Flusspferd Knautschke wurde am 29. Mai 1943 in Berlin geboren und starb am 20. Juni 1988 ebenfalls in Berlin. Er war eines jener 91 Tiere, die all die furchtbaren Luftangriffe auf Berlin unverletzt überstand. Als eine Bombe das Außenbecken des Flusspferdhauses traf, wurde die Mutter getötet, aber ihr kleiner Sohn überlebte auch dank seiner Tierpfleger, die Knautschke mehrmals täglich mit Wasser übergossen.
Bei der Sprengung eines Flakturms im Berliner Tiergarten wurde Knautschke zwar verletzt, doch es waren Verletzungen, von denen er sich schnell wieder erholte.
Viele Berliner, denen während der Hungerjahre das Elend der Tiere trotz ihres eigenen traurigen Schicksals zu Herzen ging, kamen in den Zoo und spendeten einen Teil ihrer eh schon knapp bemessenen Lebensmittelrationen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges avancierte Knautschke schnell zu einem Liebling der Berliner Zoobesucher und irgendwie stand sein Überlebenswille doch auch für den Überlebenswillen dieser geschundenen Stadt und ihrer leidgeprüften Bevölkerung.....

Als trotz des Kalten Krieges zwischen dem Berliner und dem Leipziger Zoo ein Zuchtabkommen für Flusspferde zustande kam, reisten die sächsischen Flusspferddamen Olga und Grete wiederholt an die Spree, um Knautschke zu besuchen. Zwischen Olga und dem Flusspferdbullen funkte es nicht, dafür aber gleich zweimal zwischen Knautschke und Grete. Am 20. Mai 1950 kam der Bulle Schwabbel zur Welt und am 3. April 1952 Flusspferdkuh Bulette. Während Schwabbel in Leipzig verblieb, kehrte Bulette zurück in ihre Heimatstadt, wo sie mit ihrem Vater Knautschke wiederum Nachkommen zeugte. Jette war ihr erstes Flusspferdkind - es kam am 4. April 1958 zur Welt.
Knautschke wurde zum Stammvater der Nachkriegsgeneration der Berliner Flusspferde. Er zeugte insgesamt 35 Flusspferdkälber, allerdings wurde dabei weitaus mehr Inzucht als Zucht betrieben.....

Bei einem Familienzwist zwischen Knautschke und seinem Sohn Nante im Jahr 1988, erlitt der Vater so schwere Verletzungen, dass dieser am 20. Juni 1988 eingeschläfert werden musste.
Am Eingang des Flusspferdhauses steht heute zur Erinnerung an den einstigen Publikumsmagneten eine Bronzeplastik von Knautschke.

Knorke (Gorilla)
Knorke kam 1965 als Wildfang aus Kamerun in den Berliner Zoo und starb am 14. Februar 2003 vermutlich an Altersschwäche.
Auch Knorke wurde - ähnlich wie Bobby - ein Publikumsliebling.
Als die Zooleitung ihn seinerzeit an die Spree holte, erhoffte sie sich von dem Silberrücken natürlich in erster Linie Nachwuchs, aber Knorke zierte sich wie die berühmte Zicke am Strick. Der Funke zwischen ihm und den Affendamen wollte einfach nicht überspringen, Knorke zeigte sich gelangweilt und uninteressiert..... Immer ungeduldiger wurde die Zooleitung und die Stimmen, sich von Knorke zu trennen, wurden von Jahr zu Jahr lauter. Neun lange Jahre gingen so ins Land und als man sich schließlich für eine Trennung von Knorke entschied, geschah das Unerwartete - das erste seiner Weibchen wurde trächtig! Fatou und Knorke wurden Eltern von "Dufte", die im Alter von 27 Jahren an einer eitrigen Gebärmutterentzündung noch ein Jahr vor ihrem Vater verstarb. Dufte geriet immer wieder in die Schlagzeilen, weil sie ihrer Tochter Mpenzi, die sich nicht als gute Mutter erwies, ihre Jungen wegnahm, um sie selbst zu versorgen. Sohn Bokito wurde von Chefpfleger Reimon Opitz von Hand aufgezogen. Bokito, ein Urenkel von Knorke, ist ein neuer Publikumsmagnet.

Am Morgen des 14. Februar 2003 entdeckten die Tierpfleger den etwa 39 Jahre alten Knorke tot in seinem Gehege. Bei ihm saßen seine langjährigen Gefährtinnen Fatou und Gigi, die nicht von seiner Seite weichen wollten, als die Tierpfleger den toten Silberrücken aus dem Innengehege holen wollten.

Knut (Eisbär)
Die unangefochtene Nummer 1 in dieser tierischen Starparade besetzt allerdings mit weitem Abstand Eisbär Knut! Die Fotos und Videos des kleinen tollpatschigen Wollknäuels mit den dunklen Knopfaugen, die in dem schneeweißen Fell erst so richtig zur Geltung kamen, gingen um die Welt.
Wen hätte sein trauriges Schicksal wohl nicht gerührt? Ein armes verlassenes Waisenkind, ein Pfleger, der sich seiner annimmt und ihm Tag und Nacht nicht von der Seite weicht und ein früher, völlig unerwarteter und tragischer Tod der beiden Protagonisten.....
Und wohin hätte diese Geschichte wohl besser gepasst als in eine Stadt, die ohnehin schon einen Bären in ihrem Wappen führt?

Knut wurde am 5. Dezember 2006 in Berlin geboren und starb am 19. März 2011 ebenfalls in Berlin.
Knuts Eltern waren die im Berliner Zoo lebende Tosca und der am 12. Dezember 1993 im Münchner Tierpark Hellabrunn geborene Lars, der später in den Tierpark Neumünster kam und von dort nach einiger Zeit an die Spree wechselte und im Oktober 2009 in den Zoo Wuppertal gelangte. Auch Eisbärmutter Tosca war weit und oft gereist. Geboren wurde sie 1986 in Kanada und kam dann in den Staatszirkus der DDR.
Die 20-jährige Tosca schenkte am 5. Dezember 2006 zwei kerngesunden Jungen das Leben, doch Muttergefühle mochten in ihr nicht aufkommen. Sie verstieß ihren Nachwuchs und nachdem eines der Jungen schon nach vier Tagen verstorben war, wurde Knut von seiner Mutter getrennt und 44 Tage in einem Brutkasten versorgt.

Da erschien der zweite Protagonist dieser Geschichte - der Tierpfleger Thomas Dörflein, der auch nachts im Zoo blieb, um das Waisenkind rund um die Uhr versorgen zu können. Gemeinsam posierten sie auch vor den Fernsehkameras.
Am 23. März 2007 traten das inzwischen 15 Wochen alte Eisbärjunge und sein menschlicher Ziehvater vor die gespannte Weltöffentlichkeit. Es wurde ein Medienereignis, das live übertragen wurde und zu dem rund 500 Journalisten aus dem In- und Ausland angereist waren.
Auch die Politik nutzte die Gunst der Stunde und so übernahm der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel pressewirksam die Patenschaft.

Die Geschichte um Eisbär Knut und seinen Pfleger entwickelte eine Eigendynamik. Der rbb (Rundfunk Berlin-Brandenburg) berichtete erstmals am 30. Januar 2007 über den kleinen Eisbären und erweiterte wegen des großen Publikumsinteresses seine Berichterstattung mit einem eigens für Knut eingerichteten Weblog mit Fotos und Videos. Andere Medien sprangen auf diesen Zug auf und bald war Knut überall zu sehen - in den internationalen Fernsehanstalten, in den in- und ausländischen Printmedien und natürlich im Internet. Selbst Lieder über Knut wurden komponiert und geschrieben.
Für den Berliner Zoo wurde Knut zu einer sprudelnden Einnahmequelle. Nicht nur der sprunghaft angestiegene Ticketverkauf bescherte dem Zoo zusätzliche Gewinne sondern auch der Verkauf von diversen Fanartikeln. Der Aktienkurs des Zoos verdoppelte sich von Mitte März bis Anfang April 2007.
Umweltschutz- und Klimaschutzorganisationen nutzten Knut als Logo.
Am 10. April 2008 gab die Deutsche Post AG eine Knut-Sonderbriefmarke heraus. Die Zuschlagerlöse gingen an das Bundesumweltministerium, das Umwelt- und Naturschutzprojekte fördert.
Knuts Popularität weckte nun auch die Begehrlichkeit des Tierparks Neumünster. Da Knuts Vater dem Neumünsteraner Zoo gehörte und nur eine Leihgabe an den Berliner Zoo war, gehörte Knut - wie vertraglich vereinbart - als erstgeborenes Jungtier eigentlich dem Zoo von Neumünster. Am 7. Juli 2009 wurde vereinbart, dass Knut für eine Ausgleichszahlung von 430.000 Euro Berliner bleiben durfte.

Der erste Vorhang dieser Geschichte fiel, als Knuts Pfleger, Thomas Dörflein, am 22. September 2008 kurz vor seinem 44. Geburtstag völlig unerwartet an einem Herzinfarkt verstarb.
Für seinen unermüdlichen Einsatz bei der Aufzucht des kleinen Eisbären hatte Thomas Dörflein am 1. Oktober 2007 den Berliner Verdienstorden erhalten. Im Dezember 2007 wurde er zum beliebtesten Berliner gewählt. Als man Knuts Ziehvater auch noch die beiden Fernsehpreise "Goldene Henne" und "Bambi" überreichen wollte, lehnte dieser ab.
Zu seinen Ehren wird jährlich der "Thomas-Dörflein-Preis" an verdienstvolle Tierpfleger verliehen.

Ein knappes Jahr teilte Knut eine Freianlage mit der etwa gleichaltrigen Eisbärin Giovanna, die während des Umbaus der Eisbärenanlage im Münchener Tierpark Hellabrunn im Berliner Zoo untergebracht war. Danach teilte Knut sich ein Freigehege mit den drei Eisbärdamen Tosca, Nancy und Katjuscha.
Am 19. März 2011 konnten entsetzte Zoobesucher mitverfolgen, wie der inzwischen vierjährige Knut sich mehrfach taumelnd im Kreis drehte und dann in das Wasserbecken stürzte, wo er schließlich hilflos ertrank.
Am 1. April gaben der Berliner Zoo und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung bekannt, dass Knut an einer infektiösen Gehirnentzündung litt, die inzwischen auch schon das Rückenmark geschädigt hatte, so dass der Eisbär auf jeden Fall in nächster Zeit gestorben wäre.
Wieder ging die Geschichte des Eisbären Knut um die Welt.
Erst im August 2015 wurde bekannt, dass es sich bei dieser mysteriösen Hirnentzündung um eine Anti-WMDA-Rezeptor-Enzephalitis handelte. Bei dieser Erkrankung greift das Immunsystem das Hirn und die Nervenzellen an, was eine schwere Hirnentzündung zur Folge hat, die zu Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Halluzinationen, Epilepsie und Demenz führt. Diese bisher nur bei Menschen beobachtete und auch therapierbare Erkrankung wurde somit erstmals auch im Tierreich nachgewiesen, was ein großer Forschungserfolg war und im Fachjournal "Scientific Reports" veröffentlicht wurde. Somit hat Knut durch seine Popularität die Aufmerksamkeit auf eine wichtige und in naher Zukunft auch behandelbare Ursache von Hirnentzündungen gelenkt und sich über seinen Tod hinaus verdient gemacht.

Der Wunsch der meisten Knut-Fans, den Eisbären auf dem Gelände des Berliner Zoos zu begraben, wurde nicht berücksichtigt. Stattdessen wurde er wie schon zuvor der Gorilla Bobby ausgestopft und ins Naturkundemuseum gestellt.
Neben der Grabstätte von Thomas Dörflein, auf dem Spandauer Friedhof "In den Kisseln", steht ein aus Marmor gefertigter Gedenkstein, der an Knut erinnert.
Seit dem 24. Oktober 2012 steht im Berliner Zoo eine nach dem Entwurf von Josef Tabachnyk in Nürnberg gefertigte Bronze - "Knut der Träumer".
Die Staatliche Münze Berlin gab in Zusammenarbeit mit dem Zoo Berlin insgesamt drei verschiedene Gedenkprägungen heraus: "Knut", "Knut und Thomas Dörflein" und "Knut - der Träumer".

Meng Meng und Jiao Qing (Große Pandas)
Seit dem Tod des 34-jährigen Bao-Bao und des erst vierjährigen Eisbären Knut verfügt der Berliner Zoo nun wieder über zwei Superstars: Meng Meng (Möng Möng) und Jiao Qing (Dschiau Tsching).
Zoo-Direktor Andreas Knieriem persönlich hatte die beiden in der Panda-Aufzuchtstation Chengdu im Westen Chinas ausgewählt.

Nach einer langen Vorbereitungszeit landeten am 24. Juni 2017 die dreijährige Meng Meng ("Träumchen") und der sechsjährige Jiao Qing ("Schätzchen") nach einer zwölfstündigen Reise in einer Lufthansa-Frachtmaschine wohlbehalten auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Und wie es sich für zwei Superstars gehört, wurden sie auch gebührend empfangen: die Piloten hielten eine deutsche und eine chinesische Fahne aus dem Cockpit und zwei Löschfahrzeuge der Flughafen-Feuerwehr begrüßte den Flieger mit einer erfrischenden Dusche.
Anschließend wurden die beiden Neu-Berliner auch vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller und dem chinesischen Botschafter Shi Mingde feierlich und medienwirksam empfangen.
All das wurde selbstverständlich vom rbb live übertragen.

Danach bezog das Pärchen sein rund zehn Millionen Euro teures Domizil, den Panda Garden, ausgestattet mit Pagoden, Lampions, Kletterspielplatz, Liebestunnel, eigener Küche und eigener Klinik. Zwei chinesische Pfleger wiesen den deutschen Kollegen in die Arbeit mit den Pandas ein.
Da die Leihgabe von Pandas immer auch ein Politikum ist, erschienen Kanzlerin Merkel und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping am Mittwoch, dem 5. Juli, im Berliner Zoo und eröffneten das neue Gehege für die beiden Riesenpandas nun auch offiziell.

Einen Tag später konnten die Zoobesucher, die während der Eingewöhnungsphase der beiden Neu-Berliner zunächst vom Panda-Gehege ausgesperrt blieben, Meng Meng und Jiao Qing zum ersten Mal persönlich in Augenschein nehmen. Der Ansturm war wie erwartet groß. Jiao Qing war diese ganze Aufregung allerdings schnuppe - er verschlief das Medienereignis. Meng Meng hingegen stellte ihre Kletterkünste auf der dem tibetischen Hochland nachempfundenen Felsenlandschaft unter Beweis.
Am 10. Juli wurde Meng Meng vier Jahre alt. Ihren ersten Geburtstag in der Spreemetropole feierte sie mit einer Eistorte aus Obst und Gemüse und natürlich wurde auch dies ein Medienereignis.
Nur wenige Tage später, nämlich am 15. Juli, bekam dann auch der sieben Jahre alt gewordene Jiao Qing seine Geburtstagstorte.

Während China bis 1982 Pandas als Staatsgeschenke an befreundete Länder vergab, werden Pandas heutzutage nur noch verliehen. So verpflichtet sich der Berliner Zoo zu einer jährlichen Zahlung von 920.000 Euro, die dem Artenschutz und der chinesischen Panda-Zucht zugutekommen soll.
Die Aufzucht ist schwierig, aber für die Pandas überlebenswichtig. Pandas sind Einzelgänger und die Weibchen nur drei Tage im Jahr fruchtbar. Von den rund 450 Pandas, die jährlich geboren werden, kommen nur noch 25 in freier Wildbahn zur Welt. Und so befürwortet auch der World Wildlife Fund (WWF) die Leihgaben Chinas an ausländische Zoos.
Auch von Meng Meng und Jiao Qing, die bisher nur aus der Distanz Kenntnis von einander genommen haben, wird sehnlichst Nachwuchs erwartet. Zwischen März und Mai soll es soweit sein....

Missie (Schimpanse)
Auch die aus Kamerun in Zentralafrika stammende Schimpansendame Missie, die seit 1902 an der Spree lebte, war einst ein gefeierter Star, von den Berlinern geliebt und auf vielen Ansichtskarten verewigt.
Händchenhaltend schlenderte sie mit ihrem Wärter durch die Grünanlagen, trank im Beisein der Besucher gerne einmal ein Tässchen Kaffee, gönnte sich gar die eine oder andere Zigarette und war immer zu Streichen aufgelegt. Einmal riss sie der Prinzessin Windisch-Graetz den Hut vom adligen Haupte. Es wird kolportiert, dass die so Entblößte diesen Schabernack ganz und gar nicht lustig fand und Zoodirektor Ludwig Heck seinen ganzen Charme und sein diplomatisches Geschick aufbringen musste, um die Wogen zu glätten.

Wie es sich für einen Star gehört, wurde auch Missie ein Denkmal gesetzt. Der aus Österreich stammende Bildhauer Anton Puchegger schuf eine 81 Zentimeter große Holzskulptur aus Rio-Palisander, die 1918 von der Nationalgalerie erworben und als Leihgabe im Zoologischen Garten aufgestellt wurde.

Anton Puchegger starb 1917 im Alter von nur 39 Jahren an Lungentuberkulose.
Auch für Missie endeten die unbeschwerten Jahre mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Sie starb qualvoll im selben Jahr wie Puchegger an Hunger und Erschöpfung und teilte damit das Schicksal vieler anderer Zoobewohner.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Berliner Zoo schwer beschädigt, Pucheggers Holzskulptur galt seitdem als verbrannt. Erst 2011 wurde sie in den Depots des Museums wiederentdeckt und restauriert. Seit 2014 schmückt die Skulptur das Treppenhaus der Eingangshalle der Alten Nationalgalerie in Berlin-Mitte.

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