Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Wilhelm von Humboldt

Wilhelm von Humboldt wurde am 22. Juni 1767 in Potsdam geboren und starb am 8. April 1835 in Tegel. Er war Gelehrter, Politiker und Mitbegründer der Berliner Humboldt-Universität.

Die Vorfahren väterlicherseits stammen aus Pommern, die Vorfahren mütterlicherseits waren hugenottische Einwanderer, die es in ihrer neuen Heimat zu großem Wohlstand gebracht hatten. Die Mitgift, mit der die Mutter Marie-Elisabeth, eine geborene Colomb, ausgestattet war, garantierte der Familie ein finanziell sorgenfreies Leben.
Der Vater Alexander Georg war auf Veranlassung von Friedrich dem Großen als Kammerherr bei Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel, der Ehefrau des Thronfolgers Friedrich Wilhelm II tätig.

Wilhelm wuchs mit seinem älteren Bruder Alexander im Schloss Tegel im heutigen Berliner Bezirk Reinickendorf auf, wo er von namhaften Hauslehrern unterrichtet wurde, wie dem Schriftsteller, Sprachforscher und Verleger Joachim Heinrich Campe und dem Schriftsteller und Philosophen Johann Jacob Engel.
Die wichtigste Rolle unter den Lehrern spielte aber der Politiker und Pädagoge Gottlob Johann Christian Kunth, der nach dem Tod des Vaters zum Testamentsvollstrecker und Vermögensverwalter der Brüder und zum Berater der Witwe wurde.
Aus Freundschaft und Dankbarkeit förderte Wilhelm von Humboldt später die politische Karriere seines ehemaligen Lehrers und erfüllte dessen Wunsch, neben dem Familiengrab der Humboldts im Schlosspark zu Tegel beerdigt zu werden.

Wilhelm war ein eifriger und wissbegieriger Schüler, der schon als Jugendlicher mehrere Sprachen beherrschte.
1787 begann Wilhelm mit dem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt/Oder, wechselte aber schon nach einem Semester an die Universität in Göttingen.
Schon bald zeigte sich, dass Wilhelm sich weitaus mehr für Philosophie, Geschichte und alte Sprachen begeisterte als für sein Jurastudium.

Schon als Achtzehnjähriger war Wilhelm Gast im Hause der Eheleute Marcus und Henriette Herz, die in Berlin einen Salon führten, in dem philosophische Vorlesungen gehalten wurden und der ein Treffpunkt für hochgestellte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur war. Wilhelm verehrte die Gastgeberin, mit der er 1787 einen Tugendbund gründete, voller Leidenschaft, was er auch immer wieder in seinen Briefen an sie zum Ausdruck brachte.
Im Jahr 1788 lernte Wilhelm Caroline, die Tochter des preußischen Kammerpräsidenten Freiherr Karl Friedrich von Dacheröden, kennen. Drei Jahre später, am 29.06.1791, heiratete das Paar im Haus der Brauteltern in Erfurt. Zu dem kleinen Kreis, der zu der Hochzeit eingeladen war, gehörten auch Friedrich Schiller und seine Frau Charlotte.
Wilhelm und Caroline bekamen acht Kinder, von denen drei das Erwachsenenalter nicht erreichten.
Das Paar führte eine äußerst freizügige Ehe, die aber trotz aller außerehelichen Affären der beiden nie ernsthaft in Gefahr geriet.

1790 erhielt Wilhelm eine Anstellung im Justizdepartement, trat aber schon ein Jahr später aus dem Staatsdienst aus.
Von 1794 bis 1797 arbeitete Wilhelm als Privatgelehrter in Jena, wo er auch Johann Wolfgang von Goethe kennenlernte.
Als die Mutter 1796 starb, übernahm Wilhelm das Schloss in Tegel.

1802 wurde Wilhelm preußischer Gesandter im Vatikan und 1808 Mitglied der Akademie der Wissenschaften.
Im selben Jahr erhielt er ein Schreiben von Staatsminister Freiherr von Stein, der ihn ersuchte, nach Berlin zurückzukehren, um hier Sektionschef für Kultus und Unterricht zu werden und eine Universität zu gründen.
Durch die vernichtende Niederlage bei Jena und Auerstedt hatte Preußen nicht nur die Hälfte seines Territoriums verloren sondern auch seine Universitäten. Nur zwei waren dem Reich geblieben: die Universität in Königsberg und die Universität in Frankfurt.

Humboldt wollte Rom nicht verlassen, denn er liebte diese Stadt und schätzte ihre Weltoffenheit, wohingegen er Berlin für spießig und provinziell hielt.
Selbst das Gesuch des Königs lehnte er zunächst ab, folgte dann aber doch dessen Ruf.
Mehrere Monate hielt sich Wilhelm am Hofe in Königsberg auf, wo Friedrich Wilhelm III mit seiner Ehefrau Luise seit der Besetzung Berlins durch Napoleon lebte.

Humboldt setzte sich für ein neues Bildungskonzept in Preußen ein, bestehend aus einem dreigliedrigen Schulsystem aus Elementarschule, Gymnasium und Universität, das allen Schichten Zugang zu Bildung gewähren sollte.
Allerdings stießen seine Vorstellungen von einem Hochschulbetrieb in Berlin nicht überall auf Zustimmung. Humboldts Maxime war die Einheit von Forschung und Lehre, denn kein Professor - so behauptete er - könne etwas lehren, was er nicht zuvor selbst erforscht habe und er forderte ein Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten auf Augenhöhe.
Um der Universität finanzielle Unabhängigkeit zu verleihen und sie somit gegen äußere Einflussnahme zu schützen, verlangte Humboldt vom König die Überschreibung der Königlichen Domänen in Dahlem. Mit der Bewirtschaftung durch die Universität und geschätzten 150000 Talern im Jahr, sollte die Universität das angestrebte Ziel erreichen.
Humboldt holte die fähigsten Köpfe seiner Zeit an die Universität, wie den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, den Theologen, Philosophen und Soziologen Friedrich Schleiermacher, den Althistoriker Barthold Georg Niebuhr und den Juristen Friedrich Carl von Savigny.

Intrigen und Eifersüchteleien der Professoren untereinander und die Demütigung durch Hardenberg, der ihm zuvor ein Ministeramt in Aussicht gestellt hatte, nun aber gegen ihn Stellung bezog, veranlassten Humboldt im April 1810, den König um seine Entlassung zu bitten.
Als Nachfolger schlug er seinen Bruder Alexander vor, dieser zog es aber vor, in Paris zu bleiben.
Zwei Monate später wurde Wilhelm als Gesandter nach Wien geschickt. Caroline, die mit den Kindern in Rom geblieben war, folgte ihrem Mann an seinen neuen Wirkungsort.
Am 15 Oktober 1810 wurde die Universität ohne jeden Pomp eröffnet. Der Neubau war noch nicht fertiggestellt, Wände und Flure noch feucht. Nur 250 Studenten hatten sich für die neu gegründete Universität im früheren Prinz-Heinrich-Palais entschieden.

Nachdem Humboldt sowohl am Wiener Kongress als auch bei den Verhandlungen über den Deutschen Bund teilgenommen hatte, wurde er 1817 zum Gesandten in London berufen.
Im Januar 1819 wurde Humboldt schließlich doch noch Minister für ständische Angelegenheiten, scheiterte aber kläglich mit dem Versuch, Preußen eine liberalere Verfassung zu geben. Noch im Dezember desselben Jahres wurde er seiner Ämter enthoben.

Humboldt zog sich zurück auf seinen Familienbesitz in Tegel und ließ sein Schloss um- und ausbauen. Mit den Arbeiten beauftragte er Karl Friedrich Schinkel. Im Herbst 1824 wurde die Einweihung des Umbaus in Anwesenheit des preußischen Kronprinzenpaares gefeiert.
Als im Jahr 1830 das Alte Museum eröffnet wurde, war dies auch für Wilhelm von Humboldt ein Grund zum Feiern, denn als Leiter der Kommission zur Errichtung des Museums war er maßgeblich an seiner Gestaltung beteiligt.

1829 verlor Wilhelm von Humboldt mit dem Tod Carolines, seine lebenslange Stütze und Vertraute. Er selbst starb am 8. April 1835 im Alter von 67 Jahren. Beigesetzt wurde er im Familiengrab im Schlosspark zu Tegel.

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