Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Christian Friedrich Tieck

Christian Friedrich Tieck wurde am 14. August 1776 in Berlin geboren und starb am 24. Mai 1851 ebenfalls in Berlin.
Er war ein deutscher Bildhauer.
Obwohl Tieck aus einfachen Verhältnissen stammte, ermöglichten die Eltern sowohl ihm als auch seinem älteren Bruder Ludwig, der später ein bekannter Schriftsteller wurde, den Besuch des Gymnasiums.
Tieck brach die Schule allerdings vorzeitig ab und absolvierte eine Lehre bei dem Bildhauer Heinrich Bettkober. Danach erhielt er eine Anstellung im Atelier von Johann Gottfried Schadow. Sein größter Förderer war Wilhelm von Humboldt, der sich auch dafür einsetzte, dass Tieck ein Stipendium erhielt, das ihm eine Studienreise nach Paris ermöglichte, wo er im Atelier von Jacques-Louis David, in dem auch Ludwig Wilhelm Wichmann ein paar Jahre später arbeitete, sein künstlerisches Talent unter Beweis und wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.
Immerhin belegte Tieck im Jahre 1800 bei einem Wettbewerb der École des Beaux-Arts in Paris den zweiten Platz.

In den Folgejahren reiste Tieck mehrmals nach Weimar, wo er zahlreiche Aufträge erhielt und u.a. auch eine Büste von Johann Wolfgang von Goethe anfertigte.
Hier in Weimar erlebte er auch eine kurze und leidenschaftliche Affäre mit der verheirateten Schiftstellerin Charlotte von Ahlefeld.
1803 übernahm Tieck einige Aufträge in Berlin und reiste danach für einen zweijährigen Aufenthalt nach Italien, was ihm durch ein Stipendium von der Akademie der Künste ermöglicht wurde.
1811 lernte Tieck in Italien Christian Daniel Rauch kennen. Beide betrieben ein gemeinsames Atelier in Rom und ein zweites in Carrara.
Tieck half Rauch bei den Arbeiten am Sarkophag für Luise, der früh verstorbenen Gemahlin von Friedrich Wilhelm III.
Auch als Rauch Italien 1813 verließ, riss der Kontakt zwischen den Bildhauerkollegen nicht ab.

Nachdem 1817 das Nationaltheater am Gendarmenmarkt (das heutige Konzerthaus) niedergebrannt war, kehrte Tieck auf Wunsch von Karl Friedrich Schinkel, nach Berlin zurück, um bei dem Wiederaufbau zu helfen. Die plastische Ausgestaltung des Gebäudes dauerte viele Jahre und gehört zu seinen Hauptwerken.

Tieck und Rauch arbeiteten gemeinsam an dem von Schinkel entworfenen Nationaldenkmal für die Siege während der Befreiungskriege im heutigen Berliner Bezirk Kreuzberg.
1820 erhielt Tieck eine Professur an der Preußischen Akademie der Künste und eine Berufung in den akademischen Senat.
Tieck fertigte nicht nur zahlreiche Porträtbüsten und Statuen namhafter Persönlichkeiten an sondern er schuf auch Figuren für den Teesalon des Berliner Schlosses und darüber hinaus 20 Reliefmedaillons für die Flügeltüren der 1830 fertiggestellten Friedrichswerderschen Kirche.
Auch die Skulpturen auf dem Dach des Alten Museums wurden von Tieck, der später zum Direktor der Skulpturensammlung ernannt wurde, gefertigt.
Aber nicht nur in Berlin hinterließ Tieck seine Spuren. So stammen beispielsweise 23 der Porträtbüsten in der Walhalla von Tieck. Auch in Weimar schuf er eine Vielzahl von Bildwerken, Reliefs, Figuren und Büsten.

Als Tieck heiratete, war dieser bereits 70 Jahre. Die Ehe mit einer Zwanzigjährigen aus wohlhabendem Hause, die er allein aus finanziellen Gründen eingegangen war, um die Schulden bei seinen Gläubigern begleichen zu können, wurde nach kurzer Zeit wieder geschieden, da seine Schwiegereltern ihrer Tochter sämtliche Bezüge sperrten.
Der einst gefeierte Bildhauer erhielt nur noch selten Aufträge. Er starb einsam, verbittert und mittellos in seiner Heimatstadt Berlin im Alter von 74 Jahren.

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