Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich Carl von Savigny

Friedrich Carl von Savigny wurde am 21. Februar 1779 als Sohn des Regierungsrates Christian Karl Ludwig von Savigny und dessen Ehefrau Philippine Henriette Groos in Frankfurt am Main geboren und starb am 25. Oktober 1861 in Berlin.
Er war Rechtsgelehrter, Kronsyndikus, Politiker, Publizist und gilt als Gründer der modernen Rechtswissenschaft.

Die wohlhabende Familie des Vaters stammte aus Lothringen, die Familie der Mutter aus Zweibrücken, wo der Großvater einst als Geheimer Rat tätig war.
1791 verlor der erst zwölfjährige Savigny seinen Vater, nur wenige Monate später auch seine Mutter. Von seinen zwölf Geschwisterkindern erreichte kein einziges das Erwachsenenalter.
Der Vollwaise kam nach Wetzlar, in das Haus seines Vormundes Constantin von Neurath, Richter am Kammergericht und enger Freund seines Vaters. Mit dessen Sohn Constantin Franz Fürchtegott von Neurath, der - wie Savigny - später Justizminister wurde, verband ihn eine enge und lebenslange Freundschaft.

Von 1795 bis 1799 studierte Savigny Rechtsgeschichte in Marburg und Göttingen. Im Sommer 1799 lernte der 20 Jahre alte Savigny Karoline von Günderrode (1780-1806) kennen, die einige Jahre später als Dichterin der Romantik auf sich aufmerksam machen sollte. Unsterblich verliebte sie sich in ihn und schrieb schwärmerische Gedichte über ihren ein Jahr älteren Angebeteten. Dieser wusste von diesen Gedichten nichts und er ahnte wohl auch nichts von der Tiefe und Ernsthaftigkeit ihrer Gefühle. Jedenfalls erwiderte er diese Liebe nicht und er schwieg, als es darum ging, sich ihr zu offenbaren.

1801 unternahm Savigny eine Studienreise nach Weimar, Jena, Leipzig, Halle und Eisenach. In jener Zeit lernte Savigny die Familie Brentano, den aus Marburg stammenden Philologen Friedrich Creuzer, den Schriftsteller Achim von Arnim, Jean Paul sowie die Gebrüder Grimm kennen.
1800 promovierte Savigny an der Universität Marburg über das strafrechtliche Thema: "De concursu delictorum formali".
Von 1800 bis 1803 war er Privatdozent für Römisches Recht in Frankfurt a. M.
1803 erfolgte die Habilitation.

Friedrich Carl von Savigny war ein überaus charismatischer Mensch mit einem sehr gewinnenden Äußeren. Seine größten Antriebsfedern waren sein Ehrgeiz und seine Leidenschaft. Er war ein brillanter Redner und besaß Esprit und Humor. Wie kein anderer konnte er Zuhörer in seinen Bann ziehen, was ihm besonders in seiner Eigenschaft als Lehrer zugutekam und ihn bei seinen Schülern so außerordentlich beliebt machte. Seine wohl berühmtesten Schüler, die Gebrüder Grimm, waren von seinen Vorlesungen vollauf begeistert.

Am 17. April 1804 heiratete Savigny im hessischen Meerholz nach einjähriger Verlobungszeit Kunigunde Brentano (1780-1863), Töchter des Kaufmanns Peter Anton Brentano und seiner Ehefrau Maximiliane von La Roche. Kunigundes Großmutter Sophie von La Roche war eine bekannte Schriftstellerin.
Das Paar bekam einen Sohn, Karl Friedrich (1814-1875), der später eine Diplomatenlaufbahn einschlug.
1804 unternahm Savigny eine weitere Studienreise und machte die Bekanntschaft mit Johann Wolfgang von Goethe.
Von 1808 bis 1810 war Savigny Professor für Römisches Recht in Landshut und von 1810 bis 1842 Professor für Römisches Recht an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Vorgeschlagen für dieses Amt wurde er von Wilhelm von Humboldt.
Außerdem unterrichtete Savigny auch den Kronprinzen.
1811 wurde Savigny Mitglied des Spruchkollegiums der Fakultät und Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften

Der Schwager Clemens Brentano setzte Savigny 1812 ein literarisches Denkmal als Jacopone in seinen "Romanzen vom Rosenkranz".
1812 wurde Savigny Rektor der Universität und trat die Nachfolge von Johann Gottlieb Fichte an. Während dieser Zeit gehörte er als Mitglied dem Ausschuss zur Errichtung von Landwehr und Landsturm an. Eingeführt wurde die Landwehr in Preußen durch die Verordnung vom 17. März 1813, ihr Organisator war der preußische General Gerhard von Scharnhorst.
1815 wurde Savigny Mitbegründer der "Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft als Organ der historischen Rechtsschule".
1817 wurde Savigny Mitglied des preußischen Justizministeriums und 1819 Geheimer Oberrevisionsrat im Revisions- und Kassenhof für die preußischen Rheinprovinzen.
1820 wurde Savigny Mitglied der Kommission für die Revision des Allgemeinen Landrechts für die preußischen Staaten.

1826 berief Friedrich Wilhelm IV Savigny in die preußische Gesetzesrevisionskommission.
1839 wurde Savigny Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1842 erhielt Savigny den Orden Pour le Mérite. Er wurde zum Großkanzler ernannt und war damit auch preußischer Minister für die Revision der Gesetzgebung.
1847 wurde Savigny Präsident des Staatsrats und des gesamten Ministeriums.
Nach dem Ausbruch der Märzrevolution von 1848 trat er von seinen Ämtern zurück.

1859 wurde Savigny Ordenskanzler und Mitglied des preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit .
1853 erhielt er den Maximiliansorden für Wissenschaften und Kunst und 1855 den Schwarzen Adlerorden.
Am 25. Oktober 1861 starb Savigny in Berlin im Alter von 82 Jahren. König Wilhelm I war bei der Trauerfeier zugegen.
Zunächst wurde Friedrich Carl von Savigny in der Hedwigskathedrale in Berlin-Mitte beigesetzt, im Jahr 1875 aber umgebettet und auf dem Familiengut Trages in der Gemeinde Freigericht im Main-Kinzig-Kreis/Hessen bestattet.

Die Stadt Berlin gedenkt des großen Rechtswissenschaftlers durch den nach ihm benannten Savignyplatz und den gleichnamigen S-Bahnhof in Berlin--Charlottenburg.
Außerdem gibt es eine in Wien ansässige "Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte" (ZRG).

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