Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Route 1

Mit dem Bus vom Hermannplatz zum Roseneck

Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Die Strecke der Buslinie M29 der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ist hoch interessant unf führt uns durch die Berliner Bezirke Neukölln, Kreuzberg-Friedrichshain, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Bus setzt ein an der Haltestelle Hermannplatz/Ecke Urbanstraße, fährt eine kurze Strecke die Sonnenallee entlang und biegt schließlich links in die Pannierstraße ein. Nach einigen hundert Metern überquert er den Landwehrkanal, wobei er vom Maybachufer zum Paul-Lincke-Ufer wechselt.
Nun folgt der Bus erst der Glogauer-, dann der Wiener Straße, vorbei am Waldeckpark, einem ehemaligen um 1604 angelegten Pestfriedhof der Petri-Gemeinde. Der westliche Teil der Grünanlage grenzt an das Gelände der Bundesdruckerei.

Bevor der Bus in die Oranienstraße gelangt, muss er am Görlitzer Bahnhof unter der Hochbahntrasse der in Ost-West-Richtung verlaufenden U-Bahn-Linie U1 hindurchfahren.
Die Oranienstraße trägt den Namen des niederländischen Fürstenhauses. Die Häuser stammen zum größten Teil aus der Gründerzeit. In der Oranienstraße 91 befindet sich die Bundesdruckerei, auf der gegenüberliegenden Seite, in der Oranienstraße 106, hat die Berliner Senatssozialverwaltung ihren Sitz. In der Oranienstraße 64 wohnte einst der "Vater der Berliner Operette", Paul Lincke. Heute erinnert eine Gedenktafel an den Komponisten, Theaterkapellmeister und Musikverleger.

Das kunterbunte und quirlige Geschäftsleben hier, die Händler, Gewerbetreibende, aber auch Künstler mit ausländischen Wurzeln, Cafés und Restaurants internationaler Küche sind typisch für Kreuzberg, in dem unzählige Nationen und unterschiedlichste Kulturen in meist friedlicher Koexistenz zusammenleben. Und so ist ein Rundgang durch Kreuzberg auch immer ein Erlebnis, denn nirgendwo sonst in Berlin ist das Leben farbenfroher, schriller und facettenreicher.

Der Bus fährt zunächst den Heinrichplatz (benannt nach Heinrich, Sohn von Friedrich Wilhelm II und seiner zweiten Frau Friederike), dann den Oranienplatz und schließlich den Moritzplan an, der zur ehemaligen Luisenstadt gehörte und 1841 nach Fürst Moritz von Oranien benannt wurde.
Schließlich mündet die Oranienstraße in die Rudi-Dutschke-Straße ein. Links geht es zur Berlinischen Galerie und zum Jüdischen Museum, rechts steht das Axel-Springer-Hochhaus.
Gegenüber dem U Bahnhof Kochstraße befindet sich der Checkpoint Charlie, der durch die Panzerkonfrontation 1961 weltweit bekannte innerstädtische Grenzübergang des geteilten Berlins.

Beim Überqueren der Wilhelmstraße sehen wir auf der rechten Seite die Gedenkstätte Topographie des Terrors und hinter einem Überbleibsel der Berliner Mauer das Bundesministerium der Finanzen.
An der Kreuzung Anhalterstraße/Stresemannstraße sehen wir den Anhalter Bahnhof sowie das Europa- und Deutschlandhaus.
Auf der Höhe des U Bahnhofs Mendelssohn Bartholdy und dem gleichnamigen Park fährt der Bus das Hallesche Ufer entlang, welches nach wenigen Metern in das Reichpietschufer mündet. Hier befinden sich das Bundesverteidigungsministerium und die "Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand".

Beim Einbiegen in die Lutzowstraße, wo uns die Parteizentrale der CDU und in der Ferne die Siegessäule begrüßen, gelangen wir in die Schillstraße, fahren vorbei an der Urania, biegen ein in die Kleiststraße und erreichen den Wittenbergplatz.
Hier beginnt die Tauentzienstraße, die wohl beliebteste Flaniermeile Berlins. Das KaDeWe, der flächenmäßig größte Konsumtempel auf dem europäischen Kontinent ist nur eines der vielen Geschäfte, die auf gut gefüllte Geldbeutel warten. Eine Attraktion der besonderen Art für den Tauentzien ist auch die "Lange Nacht des Shoppings", in der die Geschäfte bis Mitternacht geöffnet sind.
Der Tauentzien gehört zum Generalszug, eine Strecke aus großzügig angelegten Straßen und Plätzen, die in Erinnerung an die Befreiungskriege von Peter Joseph Lenné geplant und in den 1880er Jahren fertiggestellt wurde.

Der Breitscheidplatz ist die Verbindung zwischen dem Tauentzien und dem Kurfürstendamm. Eingerahmt wird der Platz von dem in den 1960er Jahren erbauten Europacemter und der neoromanischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die von Kaiser Wilhelm II zum Andenken an seinen Großvater Wilhelm I aus dem Hause der Hohenzollern 1895 nach Plänen von Franz Schwechten erbaut wurde.
Wenn es nach dem Willen des damaligen Berliner Senats gegangen wäre, hätte man die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Kirche abgerissen, doch dieses Schicksal blieb ihr erspart, da sich die Berliner nicht von der "schönsten Ruine" der Stadt trennen wollten. Und so wurde diese Kirche schließlich zum Wahrzeichen Westberlins und zu einem Mahnmal gegen den Krieg.

Der Kurfürstendamm war einst ein Knüppeldamm, der durch sumpfiges Gelände führte und vom Tiergarten zum kurfürstlichen Jagdschloss im Grunewald verlief. Noch heute erinnern die Namen der Seitenstraßen an diese Kurfürsten.
Angelegt wurde der Reitweg von Kurfürst Joachim II (1505-1571).
Schließlich war es Otto von Bismarck, der diesen Reiterweg nach dem Vorbild der "Champs-Elysées" zu einem Prachtboulevard ausbauen ließ.
Während der Kaiserzeit entstand ein Geschäfts- und Vergnügungszentrum, das als Neuer Westen bekannt wurde und während der Weimarer Republik zum Inbegriff der Goldenen Zwanziger Jahre avancierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die City West zum Nabel Westberlins.
Nach dem Fall der Mauer konzentrierten sich die Aufbauarbeiten zunächst auf Berlin-Mitte, während die City West vernachlässigt wurde und ihr einstiger Glanz langsam aber sicher verblasste. Doch inzwischen ist viel im Umfeld von Kurfürstendamm und Tauentzienstraße passiert: neue Gebäude wurden errichtet und Bausünden der Siebziger Jahre beseitigt. Das neueste, alles überragende Gebäude ist das 32-stöckige Waldorf Astoria

Nachdem der Bus Halensee passiert hat, kommt er an den Rathenauplatz, benannt nach dem im Jahre 1922 ganz in der Nähe ermordeten Außenminister Walther Rathenau.
Nach rund 10 Minuten Fahrt hat unser Bus die Endstation Roseneck im Grunewald erreicht.

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