Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Potsdamer Platz

Berlin, Potsdamer Platz, Atrium Tower Der Potsdamer Platz im Ortsteil Tiergarten im Bezirk Berlin-Mitte - einst der verkehrsreichste Platz Europas, glanzvoller Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens und angesagte Amüsiermeile - im Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche gelegt und während der Teilung der Stadt zu einem verwilderten Brachland verkommen, erlebte nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 eine Wiedergeburt.
Heute verkörpert der geschichtsträchtige Platz mit den höchsten Wolkenkratzern und den vornehmsten Hotels der Stadt wie kein anderer das moderne, das aufstrebende Berlin.

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Der Platz lag einst vor dem ehemaligen Potsdamer Tor, das zur Berliner Zollmauer gehörte. Am Eingang zum angrenzenden Leipziger Platz standen zwei von Karl Friedrich Schinkel im klassizistischen Stil entworfene Torhäuser, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges abgerissen wurden. Die Berliner Zollmauer wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts abgetragen.
An derselben Stelle, an der einst die Torhäuser standen, wurden in den 1990er Jahren zwei neue Zugänge zum unterirdischen S-Bahn- und Regionalbahnhof Potsdamer Platz errichtet.

Die besondere Bedeutung erhielt der Potsdamer Platz durch den im Jahr 1838 errichteten Potsdamer Fernbahnhof und die 1902 erbaute U-Bahnlinie. Zudem kreuzten sich hier Omnibus- und Straßenbahnlinien.
Ende des 19. Jahrhunderts nutzten täglich 1,5 Millionen Menschen diesen Bahnhof.
Wegen des rasant ansteigenden Fußgänger- und Straßenverkehrs installierte Berlin hier 1924 nach New Yorker Vorbild die erste Ampelanlage Europas.
"Es ist geradezu lächerlich, was zurzeit in dieser Stadt aufgestellt wird, um den Verkehr zu organisieren, statistisch zu erfassen, zu schildern, zu regeln, abzuleiten, umzuleiten. Ist er denn so groß? Nein."
spottete Kurt Tucholsky, aber für seine Zeitgenossen verkörperte der Potsdamer Platz Lebensgefühl und Zeitgeist. Er symbolisierte das Moderne, den Aufbruch Berlins zu einer europäischen Metropole, die selbst den Vergleich mit New York nicht scheute.

Es entstanden Hotels wie der "Fürstenhof", das "Palast-Hotel" oder das "Esplanade", das vornehmste Hotel am Platz. 60 Zimmer standen Kaiser Wilhelm II und seinem Gefolge hier zur Verfügung.
Überreste des Hotels Esplanade wurden in das Sony Center integriert, für dessen Bau am 11. Oktober 1996 die Grundsteinlegung erfolgte. Der alte Kaisersaal wurde hierfür um 75 Meter versetzt und ist heute für die Öffentlichkeit zugänglich.

1908 wurde das nach Plänen des Berliner Architekten Otto Stahn das Vox-Haus fertiggestellt. Ab 1921 beherbergte es die Vox-Schallplatten- und Sprechmaschinen-AG und den Sender Funk-Stunde Berlin. Er nahm seinen Betrieb am 19. Oktober 1923 auf und war damit der erste Hörfunksender Deutschlands. Am 22. März 1971 wurde das Gebäude gesprengt.

Zahlreiche Restaurants, Cafés und Bars schossen wie Pilze aus dem Boden.
Das Highlight aber war das 1928 eröffnete "Haus Vaterland", ein riesiger Vergnügungstempel für den kleineren und den größeren Geldbeutel. Hier gab es neben Gastronomiebetrieben mit internationaler Küche auch Varietévorstellungen und spektakuläre Showeinlagen wie beispielsweise die Wettersimulationen, die den Gast mit Gewitter, Blitz, Donner und anschließendem Regenbogen unterhielten. Zudem gab es Modelleisenbahnen, Schiffs- und Flugzeugmodelle.
Das sechsstöckige Gebäude wurde 1912 als "Haus Potsdam" von Franz Heinrich Schwechten, dem Architekten der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche fertiggestellt und beherbergte neben Büroräumen und einem Filmtheater das Café Piccadilly.
Berlin, Potsdamer Platz, Bahn Tower
Der Potsdamer Platz wurde bekannt für sein Nachtleben und auch für sein Rotlichtmilieu. Da Prostitution verboten war, trafen sich die Schönen der Nacht mit ihren Freiern auf dem nahegelegenen Friedhof.
Auf dem Gelände des heutigen Beisheim Centers stand das Columbushaus, ein nach den Entwürfen von Erich Mendelsohn erbautes, neungeschossiges Büro- und Geschäftsgebäude, das während der Herrschaft der Nationalsozialisten zum Sitz der Euthanasiezentrale wurde und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges abgerissen wurde.
In das ehemalige Königliche Wilhelm-Gymnasium vor dem Potsdamer Tor zog 1935 der berüchtigte Volksgerichtshof ein.

Am 3. Februar 1945 wurde der Potsdamer Platz bombardiert und in eine Trümmerwüste verwandelt. Auch der Volksgerichtshof ging in Flammen auf und sein Präsident, Roland Freisler, der durch Schauprozesse und unzählige Todesurteile eine traurige Berühmtheit erlangt hatte, kam in seinem Amtssitz ums Leben.
Nur das ehemalige Weinhaus Huth überlebte dieses Inferno und wurde bekannt als "das letzte Haus am Potsdamer Platz".

Die letzten Kriegstage erlebten viele Berliner im Keller des Potsdamer Bahnhofs, der ihnen vor den Bomben Zuflucht gewährte.
Nach dem Krieg wurde der Potsdamer Platz einer der wichtigsten Schwarzmärkte.
Im August 1948 wurden auf dem Platz die Sektorengrenzen markiert. Der Bahnhof fiel in den Ostsektor.
Anlässlich der Weltfestspiele der Jugend 1951 wurde vor dem Haus Vaterland ein Sockel eingeweiht, auf dem später ein Denkmal für Karl Liebknecht errichtet werden sollte. Dieser Plan wurde allerdings nie realisiert.
Im Januar 1953 wurden die Straßenbahnlinien zwischen dem Ost- und dem Westsektor der Stadt gekappt.
Am 17. Juni 1953 bewegten sich protestierende Bauarbeiter durch die Leipziger Straße auf den Potsdamer Platz zu. Es kam zu Krawallen und Ausschreitungen, das Columbushaus und das Haus Vaterland wurden in Brand gesteckt.

Heute
Nach dem Fall der Mauer wurde der Potsdamer Platz zur größten innerstädtischen Baustelle Europas. Hier entstanden Theater, Varietés und Luxushotels wie das Marriott, das Ritz-Carlton und das Grand Hyatt. Aber es wurden auch zwei Parks geschaffen - der Tilla-Durieux-Park und der Henriette-Herz-Park.

1999 wurde der Kollhoff-Tower fertiggestellt, ein 101 Meter hohes Gebäude mit 25 Etagen. In der obersten Ebene verleiht eine Aussichtsplattform einen einzigartigen Panormablick. Außerdem verfügt das Hochhaus über den schnellsten Personenaufzug Europas.
Ihm gegenüber wurde im Jahr 2000 der 103 Meter hohe und 26 geschossige Bahntower eröffnet. Er beherbergt die Zentrale der Deutschen Bahn.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahntower wurde das Sony Center fertggestellt. Auf einer Geschossfläche von rund 132.500 m² befinden sich u.a. Büros, Wohnungen, Gastronomiebetriebe und das Filmmuseum, das seit 2006 um ein Fernsehmuseum ergänzt wurde. Seitdem lautet die offizielle Bezeichnung: Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen.
Berlin, Potsdamer Platz, Filmmuseum
Das von dem italienischen Stararchitekten Renzo Piano 1997 fertiggestellte debis-Haus ist ein Bürogebäude, das mit 106 Metern Höhe das fünfthöchste Hochhaus der Stadt ist. Ursprünglich wurde es für die Zentrale der Daimler-Benz-Dienstleistungstochter debis erbaut. Seit dem Auszug des Daimler-Konzerns trägt das Gebäude den Namen Atrium Tower. Zu den neuen Mietern zählt u.a. auch der Nachrichtensender N24.

Am 10. September 2010 wurde der Boulevard der Stars eröffnet. Er ist dem Walk of Fame in Los Angeles nachempfunden und ehrt Prominente aus dem Film und Fernsehgeschäft. In den bronzenen Sternen sind Name, Beruf, Lebensdaten und Unterschrift der Geehrten eingraviert.
Die Grundsteinsteinlegung erfolgte am 5. Februar 2010 im Rahmen der Berlinale.
Mit dem ersten Stern wurde die in Berlin geborene Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich geehrt.

Sehenswertes

Atrium Tower
Bahntower
Beisheim-Center
Berlinale-Palast
Bluemax (früher IMAX-Kino)
Boulevard der Stars

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Filmmuseum
Kollhoff-Tower
Park Kolonnaden
Potsdamer Platz Arkaden
Sony-Center
Spielbank Berlin

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