Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Otto Nagel

Otto Nagel wurde am 27. September 1894 als Sohn eines Tischlers in Berlin-Wedding im Bezirk Mitte geboren und starb am 12. Juli 1967 in Berlin-Biesdorf im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
Er war Maler, Politiker und Publizist.
Nach dem Besuch der Volksschule trat Nagel zunächst eine Lehre zum Glasmaler an, brach diese aber vorzeitig ab und verdiente sich seinen Lebensunterhalt fortan als ungelernter Arbeiter. Nebenbei besuchte er Zeichenkurse an der Abendschule

Der aus einem sozialdemokratischen Elternhaus stammende Nagel wurde 1912 ebenfalls SPD-Mitglied.
Während des Ersten Weltkrieges wurde er 1917 als Kriegsdienstverweigerer in das Straflager Wahn bei Köln verbracht.
An der Novemberrevolution beteiligte Nagel sich als Arbeiter- und Soldatenrat in Köln.
1919 malte Otto Nagel, ein Vertreter des Realismus, seine ersten Ölbilder. Beeinflusst wurde er dabei von August Macke.

1920 trat Nagel in die ein Jahr zuvor gegründete KPD ein.
1922 wurde er Mitbegründer der Künstlerhilfe in der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) und 1924 Mitglied der Roten Gruppe, eines kommunistischen Künstlerbundes. In den Jahren 1924 und 1925 hielt er sich mit jungen Künstlern in der Sowjetunion auf, wo er die Schauspielerin Walentina Nikitina heiratete. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Zusammen mit Heinrich Zille gab er die Satirezeitschrift "Eulenspiegel" heraus.
Unter den Nationalsozialisten wurde Otto Nagel mit einem Arbeitsverbot belegt und zahlreiche seiner Werke, die als entartete Kunst galten, zerstört. Mehrmals wurde er inhaftiert und 1936 in das KZ Sachsenhausen verbracht.

Nach Kriegsende wurde Otto Nagel, der nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD in die SED eintrat, u.a. Mitbegründer des Kulturbundes, Mitglied der Beratenden Versammlung Brandenburg, Landtagsabgeordneter und Abgeordneter der Volkskammer. Außerdem war er Präsident des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands und von 1956 bis 1962 Präsident der Akademie der Künste der DDR.

1952 veröffentlichte er seine Autobiographie "Mein Leben".
Seine letzte Ruhe fand Otto Nagel auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde im Berliner Bezirk Lichtenberg.
1970 wurde er posthum zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Die Stadt Potsdam hatte dem Künstler die Ehrenbürgerwürde schon zu seinen Lebzeiten, nämlich im Jahre 1965, verliehen.

"Mein Schaffen wurde ein Wettrennen mit der Vernichtung" schrieb Otto Nagel einmal und meinte damit sein unermüdliches Bestreben, soviel wie möglich von dem historischen Berlin künstlerisch für die Ewigkeit festzuhalten.
Schon Mitte der Dreißiger Jahre begann er, den historischen Stadtkern Berlins mit seinen engen, winkligen Gassen, Straßen, Häuserfassaden, Höfen und Brücken zu skizzieren.
Die Bausubstanz, die die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges überdauert hatte, wurde schließlich unter Walter Ulbricht endgültig plattgemacht, um Platz zu schaffen für eine sozialistische Stadt mit seelenlosen Plattenhochhäusern.
1965, zwei Jahre vor seinem Tod, entstand die Pastellserie "Abschied vom Fischerkiez", eine Hommage an Alt-Berlin und eine wehmütige Dokumentation über den Verlust des Unwiederbringlichen.

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