Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Lina Morgenstern

Lina Morgenstern wurde am 25. November 1830 als Tochter des Möbel- und Antiquitätenhändlers Albert Bauer und dessen Ehefrau Fanny Adler in Breslau geboren und starb am 16. Dezember 1909 in Berlin.
Sie war Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und zeichnete sich durch großes soziales Engagement aus.

Lina Morgenstern entstammte einem jüdischen Elternhaus. Neben dem Besuch der Höheren Töchterschule in Breslau erhielt sie eine umfassende Ausbildung in Gesang, Musik und Sprachen, Kunstgeschichte und Literatur.
Ihre große Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl einzusetzen, bewies die erst achtzehnjährige Lina durch die Gründung des "Pfennigvereins zur Unterstützung armer Schulkinder", der es sich zur Aufgabe machte, Kinder bedürftiger Eltern mit Schulutensilien und Kleidung zu versorgen.

1854 heiratete Lina den Breslauer Kaufmann Theodor Morgenstern (1827-1910) und zog mit ihm nach Berlin. 1859 wurde Tochter Olga geboren.
Als ihr Ehemann in geschäftliche Turbulenzen geriet, war es Lina, die mit dem Verfassen von Märchen und Kindergeschichten die Familie über Wasser hielt.
Unter dem Titel "Das Paradies der Kindheit durch Spiel, Gesang und Beschäftigung" erschien das erste Handbuch für Kindergärtnerinnen.

Mit großem Engagement setzte sie sich für die Errichtung von Kindergärten nach Fröbelschem Vorbild ein und erreichte die Aufhebung des Kindergartenverbots, das in Preußen 1851 wegen angeblicher atheistischer und aufrührerischer Umtriebe verhängt worden war.
Während der Zeit als Vorsitzende des von ihr mitbegründeten Berliner Kindergartenvereins wurden acht Kindergärten sowie eine Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen gegründet.

1866 gründete Morgenstern den "Verein der Berliner Suppenküchen" und eröffnete am 4. Juli 1866 die erste Volksküche in Berlin, was ihr den Spitznamen "Suppen-Lina" einbrachte.
Durch ihre Initiative wollte sie die durch den Deutschen Krieg verursachte Armut der Bevölkerung lindern. Bald folgten weitere Volksküchen, über die die spätere Kaiserin Augusta (1811-1890) die Schirmherrschaft übernahm.
Auch nach den Deutschen Einigungskriegen blieben die Volksküchen bestehen.
Morgenstern veröffentlichte ein Kochbuch mit preisgünstigen und trotzdem nahrhaften Rezepten, das auch als Lehrbuch für Kochschulen genutzt wurde.

In den Folgejahren gründete Lina Morgenstern diverse Vereine und soziale Einrichtungen wie beispielsweise den "Berliner Hausfrauenverein", der eine eigene Kochschule betrieb, die "Akademie zur Fortbildung junger Damen" oder den "Kinderschutzverein zur Verpflegung außerehelicher Säuglinge".
Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 übernahm sie die Versorgung von Soldaten und die Versorgung Verwundeter und richtete eine Feldpoststelle ein.
Ab 1874 war Morgenstern Herausgeberin der Deutschen Hausfrauenzeitschrift.

Als 1883 der Berliner Hausfrauenverein in Konkurs ging, hatte dies auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für das Ehepaar Morgenstern.
1894 wurde Lina Mitbegründerin des Bundes deutscher Frauenvereine, 1896 organisierten sie und Minna Cauer in Berlin den Internationalen Kongress für Frauenwerke und Frauenbestrebungen. Ein Jahr später wurde Morgenstern in den Vorstand der Deutschen Friedensgesellschaft gewählt.

Am 16. Dezember 1909 starb Lina Morgenstern in Berlin und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee im Bezirk Pankow beerdigt.
In Erinnerung an die Sozialaktivistin wurden eine Straße in Berlin-Lichtenberg und eine Schule in Berlin-Kreuzberg nach ihr benannt.

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