Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Adolph von Menzel

Adolph Friedrich Erdmann Menzel wurde am 8. Dezember 1815 als Sohn des Schulleiters und Lithographen Carl Erdmann Menzel und dessen Frau Charlotte Okrusch in Breslau geboren und starb am 9. Februar 1905 in Berlin.

Jugendjahre
Karriere
Ehrungen
Tod
Menzels Werke in Berlin

Jugendjahre
Er war Maler, Zeichner, Graphiker und der bedeutendste Vertreter des deutschen Realismus im 19. Jahrhundert.

Das künstlerische Talent war Menzel in die Wiege gelegt, denn der Großvater mütterlicherseits war von Beruf Zeichenlehrer.
1818 gründete der Vater eine Steindruckerei. 1828 beendete Menzel die Volksschule und konnte sein erstes Werk, die Zeichnung "Säugende Tigerin" in der Breslauer Alten Börse der Öffentlichkeit vorstellen.
Im April 1830 zog die Familie nach Berlin, wo Menzel eine lithographische Ausbildung im Familienbetrieb erhielt.
Unter den Lithographien, die Menzel, der nebenbei Unterricht von einem Privatlehrer bekam, in der Werkstatt des Vaters anfertigte, befanden sich Illustrationen für Fachbücher, aber auch Porträts und Karikaturen für Bücher und Zeitschriften. Er illustrierte ein Bilderbuch über "Luthers Leben" und 1931 "Die Geschichte des preußischen Staates" von Joseph A. Kutzens.

1832 traf die Familie ein schwerer Schicksalsschlag - der Vater starb und der erst 16-jährige Adolph, der eigentlich studieren wollte, entschied sich, das Familienunternehmen weiterzuführen, um den Lebensunterhalt für seine Mutter, seine 1823 geborene Schwester Emilie und seinen 1826 geborenen Bruder Richard sicherzustellen.
Der Familienzusammenhalt im Hause Menzel war überaus stark. Sein Leben lang blieb Adolph von Menzel seinen Geschwistern eng verbunden und dies änderte sich auch nicht, als die Geschwister schon längst verheiratet waren.
Der kleinwüchsige, schon zu seinen Lebzeiten so hoch geehrte und vielfach ausgezeichnete Adolph von Menzel war selbst niemals verheiratet. Er galt als introvertiert und schüchtern. Viele Freunde hatte er nicht.

Ab 1833 besuchte Menzel die Berliner Künstlerakademie und studierte später venezianische, holländische und französische Maler des 17. und 18. Jahrhunderts. Damals entstand sein erstes Ölbild: "Schachpartie".

Karriere
Sein künstlerischer Durchbruch gelang Menzel 1839, als ihm der Historiker Franz Theodor Kugler den Auftrag erteilte, für sein Buch über das Leben von Friedrich dem Großen die Bildillustrationen zu erstellen. Nicht zuletzt wegen dieser Illustrationen wurde das Buch ein großer Erfolg.
Nicht nur die Öffentlichkeit wurde auf Menzel aufmerksam sondern auch der König.
Menzel fertigte die Zeichnungen für die Holzschnitte zu Adelbert von Chamissos "Peter Schlemihl's wundersame Geschichte" an.
Vorher hatte er elf Lithographien zu Goethes "Künstlers Erdenwallen" erstellt.
Im Juni 1840 wurde Menzel wiederum für Franz Kugler tätig. Er illustrierte dessen Buch "Geschichte Friedrichs des Großen".
1842 begann Menzel mit seinem sogenannten Armeewerk. Es entstanden 436 Federlithographien für "Die Armee Friedrichs des Großen in ihrer Uniformierung".

Im Oktober 1846 starb Menzels geliebte Mutter.
1847 vollendete Menzel das Gemälde "Predigt in der alten Klosterkirche in Berlin".
Nach dem Ausbruch der Märzrevolution im Jahr 1848 entstand das unvollendet gebliebene Gemälde "Aufbahrung der Märzgefallenen".
Ab 1849 konzentrierten sich Menzels Arbeiten auf das Leben von Friedrich II und so schuf er Gemälde wie "Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci","Die Bittschrift", "Friedrich und die Seinen in der Schlacht bei Hochkirch" und "Tafelrunde Friedrichs in Sanssouci", "Friedrich der Große und die Tänzerin Barbarina" und "Friedrich der Große und General Fouqué".
Die Gemälde über das Leben von Friedrich dem Großen schuf Menzel mit großer Detailtreue, was mit umfangreichen Recherchen verbunden war. Zum einen informierte er sich über die damalige Kleidung und Uniformen, zum anderen besuchte er die jeweiligen Schlachtfelder.

Im Oktober 1850 wurde Menzel Mitglied in der literarischen Gesellschaft "Tunnel über der Spree", dem Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur angehörten wie Theodor Fontane (1819-1898), Theodor Storm (1817-1888) und Friedrich Drake (1805-1882).
Am 8. November 1853 wurde Menzel zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste ernannt, drei Jahre später erhielt er den Professorentitel. Eine Lehrtätigkeit übte er allerdings nicht aus.
1854 beauftragte der König Adolph von Menzel mit der Anfertigung eines Albums für seine Schwester, Zarin Alexandra von Russland.
1858 beendete Menzel das Gemälde "Blücher und Wellington nach der Schlacht bei Belle-Alliance" und "Nach dem Fackelzug".
Im Mai 1859 heiratete Seine Schwester Emilie den Königlichen Musikdirektor Hermann Krigar
1861 begann Menzel im Auftrag von Friedrich Wilhelm IV mit seinem Gemälde "Krönung von Wilhelm I in Königsberg".

Im Juli 1864 heiratete Menzels Bruder Richard seine Verlobte Elise Preuß und übernahm das "Photographische Kunst- und Verlagsinstitut Gustav Schauer".
Aber das Glück war nur von kurzer Dauer, denn schon ein Jahr nach der Hochzeit starb Richard Menzel. Seine Witwe führte das Unternehmen ihres verstorbenen Mannes weiter.

Ende Februar 1866 beendete Menzel des "Krönungsbild" und schuf Aquarelle und Gouachen von Rüstungen.
Als der Deutsche Krieg ausbrach, reiste Menzel nach Böhmen, um vor Ort die Kampfhandlungen mit seinen Mitteln zu dokumentieren. Menzel, der zwar oft den Krieg im Zusammenhang mit seinen Friedrich-Illustrationen dargestellt hatte, erlebte nun zum ersten Mal das Grauen hautnah, sah und spürte die Not und das Elend unzähliger verwundeter und sterbender Soldaten. Dies muss für Menzel eine einschneidende und zutiefst schockierende Erfahrung gewesen sein, denn nie wieder sollte er sich einem Kriegsthema widmen.

Ehrungen
1867 nahm Menzel an der Weltausstellung in Paris statt, wo er für sein Gemälde "Hochkirch" eine Medaille zweiter Klasse errang. In Paris erhielt er auch das Kreuz der Ehrenlegion und drei Jahre später den Orden Pour le Mérite.
Ab 1869 reiste Menzel jeden Sommer zu Kuraufenthalten nach Hofgarten und Kissingen.
1872 wurde er Ehrenmitglied der Akademie der Künste in München.

Am 5. September 1880 verstarb Menzels Schwager nach langer Krankheit.
Zu seinem 70. Geburtstag erhielt Adolph von Menzel die Ehrendoktorwürde der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und er wurde zum Ehrenbürger der Stadt Breslau und zum Ehrenmitglied der St. Petersburger Akademie ernannt. Es folgten die Verleihung des Titels eines Geheimen Rats mit dem Prädikat "Exzellenz" und die Aufnahme in die Akademien in Paris und London.
1873 nahm Menzel an der Weltausstellung in Wien teil. 1875 wurde Menzel in den Senat der Berliner Akademie berufen.
1876 illustrierte Menzel die Jubiläumsausgabe des Werkes von Heinrich von Kleist "Der zerbrochene Krug".

Zwar galt Menzel als patriotischer Preuße, aber dies war eigentlich nie seine Intention, denn er war durchaus kritisch und empfand Sympathien für die Aufständischen der Märzrevolution 1848.
Menzel widmete sich auch der Darstellung des Bürgertums und der Handwerker und Industriearbeiter und der ungeschminkten Realität ihrer Arbeitswelt.
Für das Gemälde "Das Eisenwalzwerk" trat er eine Reise zur Königshütte in Oberschlesien an. Mit diesem Werk war er der erste Künstler in Europa, der sich dem Genre der Industriedarstellung widmete.

1885 erschien die dreibändige Monographie "Das Werk Adolph von Menzels".
Im Dezember 1882 wurde Menzel Vizekanzler des Ordens Pour le mérite für Wissenschaft und Künste und zwei Jahre später gab es ihm zu Ehren eine großen Ausstellung in der Nationalgalerie in Berlin.
1884 wurden Menzels Werke in der Berliner Nationalgalerie gezeigt. Ein Jahr später erhielt er eine Ausstellung in Paris. Ebenfalls in Paris fand die Weltausstellung 1889 statt, an der sich Menzel beteiligte.
Auch an der Weltausstellung in Chicago im Jahr 1893 beteiligte sich Menzel mit der Gouache "Frühstücksbuffet der Feinbäckerei in Kissingen".
Es folgten Kunstausstellungen mit Menzels Werken in Mümchen, Hamburg, Dresden, Wien, London und Paris.

Adolph von Menzel erhielt mehrere Orden. Die größte Ehre wurde ihm 1898 zuteil, als er zum Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler geschlagen und damit in den Erbadel erhoben wurde.
1895 wurde Menzel das österreichische Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft verliehen und am am 8. Dezember 1895 wurde Menzel die Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin verliehen.

Tod
Am 9. Februar 1905 starb Adolph von Menzel im Alter von 89 Jahren in Berlin.
Auf Anordnung von Wilhelm II erhielt Menzel ein Staatsbegräbnis, bei dem auch die Kaiserfamilie anwesend war.
Seine letzte Ruhe fand Adolph von Menzel auf dem Dreifaltigkeits-Friedhof II in Berlin-Kreuzberg. Sein Ehrengrab schmückt eine von Reinhold Begas entworfene Bronzebüste.

Adolph von Menzel, der als Vorreiter des deutschen Impressionismus gilt, hinterließ 150 Gemälde, 1200 Lithographien, rund 6000 Zeichnungen und 77 Skizzenbücher. Allein für sein Gemälde "Eisenwalzwerk" fertigte er über hundert Zeichnungen an. Außerdem sind rund 1500 Briefe von Menzel erhalten.
Nach Menzels Tod erwarb die Berliner Nationalgalerie dessen Nachlass.
Eine Berliner Gedenktafel am Haus Ritterstraße 43 in Berlin-Kreuzberg erinnert an Adolph von Menzel

Menzels Werke in Berlin

Alte Nationalgalerie, Berlin-Mitte:
Das Balkonzimmer, 1845
Die Berlin-Potsdamer Eisenbahn, 1847
Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci, 1850-1852
Das Théâtre du Gymnase, 1856
Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen, 1859-1861
Nach dem Fackelzug, 1858
Kronprinz Friedrich besucht den französischen Maler Antoine Pesne auf dem Malgerüst in Schloss Rheinsberg, 1861
Abreise Königs Wilhelms I zur Armee am 31. Juli 1870, 1870, Nationalgalerie, Berlin-Mitte
Das Eisenwalzwerk, 1875
Das Ballsouper, 1878

Kupferstichkabinett, Berlin-Mitte:
Das Kinderalbum, 1863-1883
Ungemachtes Bett, um 1845
Kurhausstraße in Kissingen nach einem Gewitterregen, 1889

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