Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Lustgarten

Berlin, Lustgarten Der Lustgarten zwischen Altem Museum im Norden und Berliner Dom im Osten ist eine Grünanlage auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte und gehörte zum Berliner Schloss, das 1950 gesprengt wurde und in einigen Jahren als Humboldt-Forum wieder auferstehen wird.
Die westliche Grenze des Lustgartens bildet die Spree, die südliche Grenze die Karl-Liebknecht-Straße.

1442 ließ Kurfürst Friedrich II aus dem Hause der Hohenzollern eine Burganlage errichten. Der Lustgarten wird erstmals 1471 erwähnt.
Kurfürst Johann Georg ließ von seinem Hofgärtner Desiderius Corbinianus den Lustgarten durch das Anpflanzen von Kräuterm und Obstbäumen in einen Nutzgarten umwandeln.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verwahrlosten Schloss und Garten.
Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, ließ den Garten künstlerisch umgestalten mit Terrassen, Springbrunnen, Orangerie und den ersten Kartoffelpflanzen in Berlin und Brandenburg.
Seit 1645 trägt das Areal den Namen Lustgarten.
Der Schlossbaumeister Johann Gregor Memhardt erbaute 1650 ein Lusthaus im niederländischen Stil, das erst abbrannte, dann wieder aufgebaut und schließlich wieder abgerissen wurde, um Platz für den Festungsgraben zu schaffen, der fortan den Lustgarten zerschnitt.

Der Gelehrte und Naturforscher Johann Sigismund Elsholtz wurde 1657 zum Gartenmeister ernannt und gestaltete aus dem einstigen Kräutergarten den ersten botanischen Garten Berlins.
Friedrich Wilhelm I zeigte wenig Verständnis für das grüne Paradies und verbannte die seltenen Pflanzen kurzerhand in die Schlossgärten von Charlottenburg und Friedrichsfelde. Das was übrig blieb, ließ das Herz des Soldatenkönigs höher schlagen: ein sandiger Exerzierplatz.
1738 entstand im Lustgarten die erste Berliner Börse.
Friedrich II veranlasste die Anpflanzung von Kastanienbäumen und beauftragte Johann Boumann mit dem Neubau des Berliner Doms.

Friedrich Wilhelms III ließ das Lusthaus abreißen und einen Neubau für die Berliner Börse errichten. Nach einem Entwurf von David Gilly wurde aus dem Platz ein Rasen, dessen Betreten strengstens verboten war. Allerdings hielten sich Napoleon und seine Truppen nach ihrem Einzug durch das Brandenburger Tor im Jahre 1806 nicht an dieses Verbot....., vielleicht lag es ja an den mangelnden Deutschkenntnissen?

Unter Friedrich Wilhelm III änderte sich das Umfeld des Lustgartens mit Hilfe von Karl Friedrich Schinkel entscheidend. Nach den Befreiungskriegen wurde 1818 die Neue Wache errichtet, Von 1820 bis 1822 wurde aus dem bis dahin barocken Berliner Dom ein klassizistischer Dom, der Neubau der Schlossbrücke folgte 1924 und von 1825 bis 1828 entstand die Museumsinsel mit der Errichtung des klassizistischen Königlichen Museums.

In den Jahren 1826 bis 1829 übernahm Peter Joseph Lenné die Umgestaltung des Lustgartens.
1831 wurde die von Christian Gottlieb Cantian angefertigte Granitschale vor dem Königlichen Museum aufgestellt.
1870 gestaltete Heinrich Strack für den Lustgarten zwei Brunnen.
1871 wurde zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg ein Reiterstandbild Friedrich Wilhelms III im Lustgarten aufgestellt. Bald schon fand im Lustgarten alljährlich ein Weihnachtsmarkt statt.
Da sich Kaiser Wilhelm II für die Reichshauptstadt Berlin ein repräsentativeres Gotteshaus wünschte, ließ er den alten Berliner Dom kurzerhand abreißen und beauftragte Julius Raschdorff mit dem Neubau eines neuen Doms. 1894 wurde der Grundstein gelegt, aber es sollten elf Jahre ins Land gehen, bis das neue Gotteshaus am 27. Februar 1905 endlich eingeweiht werden konnte.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, der die "Ursünde des 20. Jahrhunderts" genannt wird, rief Karl Liebknecht am 9. November 1918 vom Balkon des Berliner Schlosses die sozialistische Republik aus, während Philipp Scheidemann kurz zuvor vom Reichstagsgebäude die deutsche Republik ausgerufen hatte.

Während der Weimarer Republik wurde der Lustgarten zu einem Ort für politische Kundgebungen. Nach dem Attentat auf Walther Rathenau versammelten sich hier rund 250.000 empörte Berliner und am 7. Februar 1933 demonstrierten 200.000 Bürger gegen die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler.
Auch unter den Nationalsozialisten war der Lustgarten ein politischer Kundgebungsort und Aufmarschplatz.
Am 18. Mai 1942 scheiterten der deutsch-jüdische Widerstandskämpfer und Kommunist Herbert Baum und seine Anhänger mit dem Versuch, die Propagandaausstellung "Das Sowjet-Paradies" durch einen Brandanschlag zu zerstören.
Sowohl Herbert Baum als auch mindestens 27 Mitglieder wurden exekutiert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden der Lustgarten und sein Umfeld schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Nach 1945 diente der Lustgarten zunächst weiterhin als Demonstrationsplatz. Das Alte Museum, die Nationalgalerie, der Berliner Dom und die Schlossbrücke wurden wiederaufgebaut bzw. wiederhergestellt.
Während der DDR-Zeit wurden Lustgarten, Schlossplatz und die Schlossfreiheit zu einem Platz zusammengefasst und in Marx-Engels-Platz umbenannt.
Anstelle des gesprengten Berliner Schlosses entstand zwischen 1973 und 1976 der Palast der Republik, der zwischen 2006 und Ende 2008 zurückgebaut wurde.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Lustgarten nach dem Vorbild Karl Friedrich Schinkels für 3,5 Millionen Euro rekonstruiert. Das mit den Arbeiten beauftragte Atelier Loidl erhielt 2001 für die gelungene Umsetzung den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis.

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.