Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Paul Löbe

Paul Gustav Emil Löbe wurde am 14. Dezember 1875 als Sohn des Tischlers Heinrich Löbe und dessen Ehefrau Pauline Leuschner in Liegnitz (Schlesien) geboren und starb am 3. August 1967 in Bonn.
Er war ein SPD-Politiker und fast zwölf Jahre Reichstagspräsident in der Weimarer Republik.

1890 begann Löbe in Liegnitz eine Lehre als Schriftsetzer und arbeitete danach in Breslau in einer Druckerei. Von 1899 bis 1920 leitete er die sozialdemokratische Zeitung "Volkswacht" in Breslau. Seine Arbeit als kritischer Redakteur brachte es in jener Zeit mit sich, dass er mehrmals inhaftiert wurde.
1895 trat Paul Löbe in die SPD ein und wurde 1899 Vorsitzender der SPD in Mittelschlesien.
1901 heiratete er Clara Schaller (1879-1964). Das Paar bekam einen Sohn.

Wegen einer Lungenerkrankung blieb Löbe die Teilnahme am Ersten Weltkrieg erspart.
Paul Löbe bekleidete während seiner politischen Tätigkeit viele Ämter, so war er Stadtverordneter in Breslau, Mitglied im Provinziallandtag von Schlesien und Vizepräsident der Weimarer Nationalversammlung.
Von 1920 bis 1924 und von 1925 bis 1932 war Paul Löbe Präsident des Reichstags und Mitglied des Preußischen Staatsrates.

Löbe befürwortete die u.a. von Matthias Erzberger und Philipp Scheidemann in den Deutschen Reichstag eingebrachte Resolution zu einem Verständigungsfrieden und er schloss sich der 1922 gegründeten europäischen Einigungsbewegung "Paneuropa-Union" an. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war er auch ihr Präsident.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die SPD verboten und Löbe zunächst für mehrere Monate in Gefängnissen am Alexanderplatz und in Berlin-Spandau festgehalten. Von Anfang Juli bis Mitte August 1933 saß er im KZ Breslau-Dürrgoy.
Nach seiner Freilassung arbeitete er als Korrektor beim Verlag Walter de Gruyter in Berlin.

Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler wurde Löbe wegen seiner Nähe zur Gruppe um Carl Friedrich Goerdeler, einem im Februar 1945 in Plötzensee in Berlin-Charlottenburg hingerichteten Widerstandskämpfer, wiederum verhaftet. Wie tief Löbe in die Umsturzpläne wirklich verstrickt war, ahnte die Gestapo allerdings nicht. Wäre das Attentat auf Hitler geglückt, hätte Löbe ein Präsidentenamt übernommen.
Löbe wurde ins KZ Groß-Rosen bei Breslau überstellt, aus dem er im Frühjahr 1945 entlassen wurde. Er ging zurück nach Schlesien, musste aber nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges seine Heimat verlassen, da dieses Gebiet durch das Potsdamer Abkommen dem polnischen Staat zugeschlagen wurde.

Löbe kehrte zurück nach Berlin, von wo aus er sich für den Rest seines politischen Lebens auch immer wieder für die Interessen der Heimatvertriebenen einsetzte.
Ab 1945 arbeitete Löbe als Redakteur bei der Tageszeitung "Das Volk".
Da Löbe die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED vehement ablehnte, verließ er 1946 den sowjetisch besetzten Sektor Berlins und wechselte nach Westberlin, um sich in der dortigen SPD zu engagieren. 1947 übernahm er den Vorsitz des Außenpolitischen Ausschusses der SPD.
Außerdem war Paul Löbe Mitglied im Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ausarbeitete. Daneben war Löbe auch Gründungspräsident des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung, Vorsitzender des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, Mitglied des Deutschen Bundestages und im Parteivorstand der SPD.
Am 7. September 1949 hielt Paul Löbe auf der konstituierenden Sitzung des Deutschen Bundestages die Eröffnungsrede. Bis 1953 gehörte er als Vertreter Berlins dem Bundestag an.
1949 veröffentlichte Löbe seine Memoiren unter dem Titel "Erinnerungen eines Reichstagspräsidenten" und 1956 erschienen seine Lebenserinnerungen "Der Weg war lang".

Am 3. August 1967 starb Paul Löbe im Alter von fast 92 Jahren. Nach dem Staatsbegräbnis am 9. August erhielt er ein Ehrengrab auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf. Die Trauerfeier fand im Rathaus Schöneberg statt.
Paul Löbe erhielt eine Reihe von Ehrungen, darunter auch das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen und die Ernst-Reuter-Plakette.
Berlin verlieh Löbe zu seinem 80-jährigen Geburtstag die Ehrenbürgerschaft, die Freie Universität zu Berlin ernannte ihn zum Ehrenmitglied.
In Berlin gibt es das Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages im Regierungsviertel, die Paul-Löbe-Allee in Berlin-Mitte und die Paul-Löbe-Oberschule in Berlin-Reinickendorf.

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