Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Carl Gotthard Langhans

Berlin Brandenburger Tor Carl Gotthard Langhans wurde am 15. Dezember 1732 als Sohn eines Schulrektors in Landeshut, Schlesien, geboren und starb am 1. Oktober 1808 in Grüneiche bei Breslau.
Er war Baumeister und Architekt und ein Vertreter sowohl des Barocks als auch des frühen Klassizismus im deutschsprachigen Raum.

Zunächst studierte Langhans in Halle Jura und Mathematik und arbeitete als Hauslehrer in Breslau. Sein eigentliches Interesse aber galt der Architektur, die er autodidaktisch erlernte.
Seine erworbenen Fähigkeiten stellte er 1764 mit dem Entwurf zu einer spätbarocken Kirche in Glogau unter Beweis. Dies brachte ihm nicht nur Anerkennung ein sondern auch eine Anstellung als Bauinspektor bei Fürst Franz Philipp Adrian von Hatzfeld, für den er auch dessen im Siebenjährigen Krieg zerstörtes Palais in Breslau nach eigenen Entwürfen wiederaufbaute.
Auch der Berliner Hof wurde auf den aufstrebenden Architekten aufmerksam und übertrug ihm 1769 den Umbau des Schlosses Rheinsberg.

1771 heiratete Langhans Anna Elisabeth Jaeckel, die Tochter eines Breslauer Rechtsgelehrten. Das Paar hatte fünf Kinder, von denen aber nur drei das Erwachsenenalter erreichten. Auch sein Sohn Carl Ferdinand (1782-1869) war ein geachteter Architekt, der u.a. die Staatsoper in Berlin entwarf.
1788 zog die Familie von Breslau nach Berlin.
Im selben Jahr errichtete der inzwischen von Friedrich Wilhelm II zum Direktor des Oberhofbauamtes in Berlin ernannte Langhans das Belvedere im Park von Schloss Charlottenburg. Der dreigeschossige Pavillon wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und beherbergt heute eine bedeutende Porzellansammlung aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin.

1788 wurde Langhans zum Direktor des neu gegründeten Oberhofbauamtes in Berlin ernannt.
In den Jahren von 1789 bis 1791 gestaltete er den Pfeilersaal im Berliner Schloss.
Bei der Errichtung des Anatomischen Theaters der Tierarzneischule 1789/90 beschritt Langhans durch die Verwendung einer Bohlenkonstruktion für die Kuppel neue Wege in der Architektur Preußens.
Der im Volksmund als "Trichinentempel" bezeichnete Bau ist das älteste noch erhaltene akademische Lehrgebäude Berlins und steht heute unter Denkmalschutz.

Das Bauwerk aber, das Langhans unsterblich machte, ist das von 1788 bis 1791 errichtete Brandenburger Tor in Berlin, für das er zu Lebzeiten allerdings auf eher verhaltene Anerkennung traf. So sparte Johann Gottfried Schadow, der das Tor mit seiner Quadriga krönte, nicht mit Kritik und Friedrich Wilhelm II ging sogar so weit, Langhans von der Eröffnungsfeier auszuschließen.
Eines seiner letzten bedeutenden Bauwerke war das 1802 fertiggestellte Nationaltheater am Berliner Gendarmenmarkt, der Vorgängerbau des heutigen Konzerthauses, der allerdings 1817 abbrannte.

Seinen Lebensabend verbrachte Carl Gotthard Langhans in Grüneiche, wo er auch am 1. Oktober 1808 im Alter von 75 Jahren verstarb. Der Friedhof, auf dem er begraben wurde, existiert heute nicht mehr.

Die meisten Bauwerke von Langhans fielen dem Zweiten Weltkrieges zum Opfer.
Noch vorhandene Bauwerke in Berlin:
Anatomisches Theater der Tierarzneischule in Berlin-Mitte
Belvedere im Schlosspark, Berlin-Charlottenburg
Tanzsaal im Schloss Bellevue, Berlin-Mitte
Brandenburger Tor, Berlin-Mitte
Theater im Schlosspark Charlottenburg, heute Museum für Vor- und Frühgeschichte

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.