Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Gustav Langenscheidt

Gustav Langenscheidt wurde am 21. Oktober 1832 als Sohn des Dekorateurs Johann Ludwig Langenscheidt und dessen Ehefrau Sophie Caroline Schwartze in Berlin geboren und starb am 11. November 1895 ebenfalls in Berlin.
Er war ein Sprachlehrer und Verlagsbuchhändler.

Nachdem Langenscheidt 1850 eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hatte, begab er sich auf eine rund zweijährige Reise durch Europa, die er zum großen Teil auf Schusters Rappen zurücklegte. Seine Eindrücke hielt er in seinem Reisetagebuch "Promenaden durch Nord, Süd und West" anschaulich für die Nachwelt fest.
Nach seiner Rückkehr trat er in die Armee ein, wo er es bis zum Unteroffizier brachte.
Zusammen mit dem aus Nancy stammenden und in Berlin lebenden Sprachlehrer Charles Toussaint (1813-1877) entwickelte Langenscheidt zunächst eine Lautschrift und danach eine Methode zur Erlernung der französischen Sprache im Selbststudium. Die dafür konzipierten Unterrichtsbriefe sollten dem Anspruch genügen, dem Lernenden eine Fremdsprache so lebendig wie möglich und so wissenschaftlich wie nötig zu vermitteln.
Da Langenscheidt jedoch keinen Verleger fand, der Interesse an diesem Projekt zeigte, gründete er am 1. Oktober 1856 in der Schönhauser Allee in Berlin-Pankow einen eigenen Verlag.
Die Methode des Selbststudiums entwickelte sich zu einem vollen Erfolg und so dauerte es auch nur wenige Jahre, bis die Unterrichtsbriefe in vierzehn Sprachen erhältlich waren - zunächst nur für Englisch, zuletzt auch für Hebräisch.

1857 wurde Langenscheidt zum Hauptschreiber der 11. Infanterie-Brigade in Berlin ernannt.
Er heiratete Pauline Hartmann, die Tochter eines Fabrikanten. Zunächst wohnte das Paar in Berlin-Mitte, später dann im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Aber Pauline war nicht nur Ehefrau und Mutter sondern auch ebenbürtige Partnerin ihres Mannes, die ihm geschäftlich zur Seite stand und so zum großen Erfolg des Unternehmens beitrug.
1865 gründete Langenscheidt in der Halleschen Straße in Berlin-Kreuzberg, nahe dem Anhalter Bahnhof , ein Wohn- und Verlagshaus. Ab 1867 verfügte Langenscheidt bereits über eigene Druckereien.

Am 1. Januar 1868 kam es zur Gründung der G. Langenscheidts Verlagsbuchhandlung. Bald deckte Langenscheidt auch den Bedarf an Schulbüchern ab und gab zudem die preiswerteren Taschenbücher heraus.
1874 verlieh die Preußische Akademie der Wissenschaften dem "Vater des Fernunterrichts" den Professorentitel.
Die große Beliebtheit der Unterrichtsbriefe hatte auch bald eine gesteigerte Nachfrage nach Wörterbüchern mit Lautschrift zur Folge.
Zusammen mit Karl Sachs und Césaire Villatte veröffentlichte Langenscheidt 1880 eine Enzyklopädie Französisch-Deutsch und Deutsch-Französisch. Ab 1891 arbeitete Langenscheidt zusammen mit Eduard Muret und Daniel Sanders an einer Enzyklopädie Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch. Die Veröffentlichung erlebte Langenscheidt allerdings nicht mehr.

Gustav Langenscheidt, dessen Unternehmen sich inzwischen zum größten Wörterbuchverlag der Welt entwickelt hatte, starb am 11. November 1895 in seiner Heimatstadt Berlin im Alter von 63 Jahren. Bestattet wurde er zunächst auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg, bevor er 1935 in das Familiengrab auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf umgebettet wurde.
Sein Sohn Carl (1870-1952) führte das Familienunternehmen weiter.

In Berlin-Schöneberg gibt es heute sowohl eine Langenscheidtstraße als auch eine Gustav-Langenscheidt-Schule.

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