Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Landwehrkanal

Berlin, Landwehrkanal Der am 2. September 1850 eingeweihte Landwehrkanal ist das Bindeglied zwischen der Spree am Osthafen in Berlin-Friedrichshain und dem Spreekreuz in Berlin-Charlottenburg.
Der rund 10 Kilometer lange Wasserweg durchläuft die Ortsteile Kreuzberg, Neukölln, Tiergarten und Charlottenburg und gehört zur Spree-Oder-Wasserstraße.
Rund 30 Straßen- und Fußgängerbrücken sowie sieben Eisenbahnbrücken überqueren den Kanal.
Die Geschichte des Landwehrkanals geht bis ins Spätmittelalter zurück. Damals diente er als Landwehrgraben vor der Berliner Stadtmauer zwischen Schlesischem und Halleschem Tor zunächst als Verteidigungsgrenze, später wurde er als Entwässerungsgraben genutzt, der das Wasser aus dem Sumpfgebiet im Süden Berlins in die Spree leitete. Wenn die Spree Hochwasser führte, wurde über ihn das Wasser aus der Innenstadt abgeleitet.
1705 wurde der Oberlauf ausgebaut und teilweise begradigt.

Als sich im Laufe der Jahre die Kapazität der Spree durch die immer größer werdende Anzahl von Transportschiffen erschöpfte, entstand die Idee, den Fluss durch den Bau eines Kanals zu entlasten.
Erste Pläne dazu gab es bereits unter Friedrich Wilhelm III, allerdings wurden sie 1820 aus Kostengründen aufgegeben.
Erst unter Friedrich Wilhelm IV wurde diese Idee vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné wieder aufgegriffen und schließlich auch realisiert. Als der Kanal am 2. September 1850 eingeweiht wurde, dieser noch außerhalb der Berliner Stadtmauern.
Fortan diente der Landwehrkanal zur Versorgung Berlins mit Bau- und Brennmaterialien.

Zwischen 1883 und 1890 sowie zwischen 1936 und 1941 erfuhr der Kanal grundlegende Um- und Ausbauten.
So wurde eine Wassertiefe von bis zu zwei Metern erreicht und eine nutzbare Breite von über 22 Metern. Zwei Schleusen, die Unter- und die Oberschleuse, regulieren den Höhenunterschied von ca. zwei Metern.

Der Kanal verfügte über zwei Häfen: den Urbanhafen in Kreuzberg und den Schöneberger Hafen, der heute auf dem Gelände des Mendelssohn-Bartholdy-Parks liegt.
Am Urbanhafen traf der Landwehrkanal auf den Luisenstädtischen Kanal, der zwischen Kottbusser und Halleschen Tor die Stadtmauer durchbrach, worauf der Name "Wassertorplatz" zurückzuführen ist. Der Kanal führte weiter über den Oranienplatz und das Engelbecken zur Spree.
Zwischen 1926 und 1927 wurde der Luisenstädtische Kanal zugeschüttet und mit einer Grünfläche versehen, die während der Teilung der Stadt teilweise in den Grenzstreifen mit einbezogen wurde.

Am 15. Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg nach stundelangem Verhör und schweren Misshandlungen von dem Freicorps-Leutnant Hermann Souchon erschossen und anschließend in den Kanal geworfen, wo man ihren Leichnam erst Monate später fand. Eine Gedenktafel am Ufer des Landwehrkanals im Großen Tiergarten erinnert an das tragische Geschehen.

In den 1930er Jahren wurde das S-Bahn-Netz durch eine Tunnelstrecke unter der Innenstadt erweitert, die auch unter dem Landwehrkanal verlief. Auch die Spree wurde untertunnelt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges diente der Landwehrkanal zum Räumen und Abtransportieren von Schutt und Trümmern.
Seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 ist der Kanal eine Bundeswasserstraße.
2009 erfolgten umfangreiche Bauarbeiten.
Inzwischen hat der Kanal seine einstige Rolle als Versorgungsader für Berlin verloren. Heutzutage wird er fast nur noch von Ausflugsschiffen und Freizeitkapitänen genutzt.
Die Uferbefestigungen mit ihren Geländern und Treppen stehen unter Denkmalschutz.

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