Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Kurfürstendamm

Berlin, Kurfürstendamm Der 3,5 Kilometer lange Kurfürstendamm, von der Berlinern auch einfach nur "Ku'damm" genannt, ist neben der Tauentzienstraße die bekannteste Hauptverkehrsader und beliebteste Flaniermeile der City West im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Er führt vom Grunewald zum Breitscheidplatz, auf dem sich das markanteste Bauwerk befindet, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die der Enkel Kaiser Wilhelm II zu Ehren seines Großvaters Wilhelm I einst erbauen ließ.

Die Geschichte dieses Boulevards fing einst als unbedeutender Knüppeldamm an, der durch sumpfiges Gelände führte und das Berliner Stadtschloss mit dem von Kurfürst Joachim II 1542 erbauten Jagdschloss Grunewald verband.
Noch heute erinnern die Namen der Querstraßen an die Kurfürsten aus dem Hause der Hollenzollern: Friedrich II, Albrecht Achilles, Johann Cicero, Joachim I Nestor, Johann Georg, Joachim Friedrich, Johann Sigismund und Georg Wilhelm.
Die Bezeichnung "Churfürstendamm" geht bis auf das Jahr 1767 zurück.

Otto von Bismarck ließ die Straße ab 1883 nach dem Vorbild der Pariser Champs-Elysées ausbauen.
Am 5. Mai 1886 wurde die erste Dampfstraßenbahn vom Zoologischen Garten nach Halensee in Betrieb genommen.
Straßenbahnen gibt es heute nicht mehr auf dem Kurfürstendamm. Sie wurden 1954 abgeschafft und durch Busse ersetzt.

Der Kurfürstendamm wurde zu einer der nobelsten Berliner Adressen. Neben vornehmen und großzügig geschnittenen Wohnhäusern entstanden Restaurants, Cafés, Theater, Varietés und Geschäfte mit erlesenen Sortimenten.
In den sogenannten Goldenen Zwanziger Jahren wurde der Kurfürstendamm zum Treffpunkt von Schriftstellern, Schauspielern und Künstlern und brauchte den Vergleich zu der Straße Unter den Linden oder dem Potsdamer Platz nicht zu scheuen.
Von den teilweise schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges erholte sich der Kurfürstendamm schnell. Während des Kalten Krieges wurde er zum Schaufenster des Westens, zum Symbol des Wiederaufbaus und des Wohlstandes und der Überlegenheit im Kampf der Systeme.
Berlin, Kurfürstendamm
Die Geschichte des Kurfürstendamms ist ebenso wechselhaft wie die Geschichte Berlins. Gute und schlechte Zeiten hat der Boulevard erlebt, Stürmen und Katastrophen getrotzt.
Seine dunkelste Zeit erlebte der Kurfürstendamm während der Nazidiktatur, als jüdische Geschäfte zerstört, die Synagoge in der Fasanenstraße niedergebrannt und die jüdischen Mitbürger in die Konzentrationslager deportiert wurden. Stolpersteine erinnern heute an ihre tragischen Schicksale.
Am 11. April 1968 geschah das Attentat auf Rudi Dutschke, der 1979 an den Spätfolgen der Verletzungen starb. Eine Gedenktafel an der Fassade des Hauses Kurfürstendamm 141 erinnert heute an den ehemaligen Studentenführer.

Unvergessen sind die ausgelassenen Jubelfeiern nach dem Mauerfall im November 1989, als sich Berliner aus den Ost- und den Westteilen der Stadt freudetaumelnd in den Armen lagen.
Jubelfeiern gab es aber auch während sportlicher Großereignisse wie der Fußball-EM und der Fußball-WM, als nach dem Public Viewing auf der Berliner Fanmeile zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor begeisterte Fans in langen Autokorsos jubelnd und hupend den Kurfürstendamm für sich vereinnahmten.

Wie jeder berühmte Boulevard wurde auch der Kurfürstendamm mehrfach in Liedern besungen. Die bekanntesten Interpreten waren Claire Waldoff "Emilie vom Kurfürstendamm" und Hildegard Knef mit ihrem Lied "Heimweh nach dem Kurfürstendamm".

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.