Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Anna Louisa Karsch

Anna Louisa Karsch ("die Karschin") wurde am 1.Dezember 1722 als Tochter des Gastwirts Dürbach bei Schwiebus in Schlesien geboren und starb am 12.Oktober 1791 in Berlin.
Sie war eine deutsche Dichterin.

Als die sechsjährige Anna Louisa ihren Vater verlor, wurde sie in die Obhut eines Onkels gegeben, der ihr eine schulische Grundausbildung angedeihen ließ.
Vier Jahr später kehrte die ungeliebte Tochter zu ihrer inzwischen wiederverheirateten Mutter zurück, wo sie wie eine Dienstmagd behandelt wurde und auch sonst ein recht kümmerliches Dasein führte.

Mit 16 Jahren wurde Anna Louisa mit dem Tuchmacher Michael Hirsekorn verheiratet. Das Paar bekam vier Kinder, doch die Ehe verlief unglücklich, denn der gewalttätige Ehemann zeigte für die ersten literarischen Gehversuche seiner Frau keinerlei Verständnis und verließ diese, als sie mit dem vierten Kind schwanger war.
Da Anna Louise mit ihren Kindern völlig mittellos dastand, musste sie zu ihrer gefühlskalten Mutter zurückkehren.
Auch die zweite Ehe, die sie im Jahre 1749 mit dem Schneider Daniel Karsch schloss und aus der drei Kinder hervorgingen, war wegen der Alkoholkrankheit und der Gewalttätigkeit des Ehemannes alles andere als glücklich.
Um ihre Familie finanziell über Wasser zu halten, schrieb Anna Louisa Gedichte für Familienfeiern und erlangte im Laufe der Zeit einen regionalen Bekanntheitsgrad.

Überregional bekannt wurde sie aber erst durch ihre Lobpreisungen auf Friedrich dem Großen, der sich im Siebenjährigen Krieg befand. Auch in Berlin wurde man nun auf sie aufmerksam.
Nach der Trennung von ihrem Ehemann, der zum Militär eingezogen wurde, verschlug es Anna Louisa nach Berlin. Hier gelang ihr dank ihrer Förderer wie Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn, Johann Gottfried Herder oder Daniel Chodowiecki der endgültige Durchbruch. Auch Johann Wolfgang von Goethe zeigte sich von Anna Louisa Karsch beeindruckt.
Gleim sorgte 1764 für die Veröffentlichung ihrer Gedichte.

Die Karschin lernte nicht nur Friedrich II persönlich kennen sondern verkehrte auch am Hof der von ihm getrennt lebenden Königin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern. Auch mit Amalie von Preußen, der jüngsten Schwester von Friedrich II, stand Karsch in Kontakt.

Trotz ihres inzwischen erlangten Bekanntheitsgrades lebte die Karschin am Existenzminimum. Immer wieder waren es ihre Förderer, die ihr zu einem geringen Verdienst verhalfen.
Zwar wollte Friedrich II der notleidenden Dichterin eine kleine jährliche Pension zahlen, doch das durch die Kriege arg gebeutelte Staatssäckel gab dies nicht her.
Erst Friedrichs Neffe und Thronnachfolger Friedrich Wilhelm II gewährte der Karschin ab 1789 ein jährliches Einkommen und schenkte ihr darüber hinaus ein Haus am Hackeschen Markt in Berlin.

Anna Louisa Karsch starb am 12. Oktober 1791. Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Friedhof der Sophienkirche in Berlin-Mitte.
"Kennst Du Wanderer sie nicht, so gehe und lerne sie kennen." Diese Worte auf einer schlichten Begräbnistafel erinnern heute an die fast vergessene Dichterin.
Die Stadt Berlin hat der Karschin eine Straße im Bezirk Mitte gewidmet.
Ihre Tochter Karoline Louise von Klenke wurde ebenfalls Dichterin und die Enkelin, Helmina von Chézy, machte Karriere als Journalistin, Librettistin und Dichterin.

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