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Joachim I von Brandenburg

Joachim I. wurde am 21. Februar 1484 in Cölln geboren und starb am 11. Juli 1535 in Stendal. Seine Eltern waren Johann Cicero (1455-1499) aus dem Hause der Hohenzollern und Margarete von Sachsen (1449-1501).
Er war von 1499 bis 1535 Kurfürst von Brandenburg.

Als sein Vater 1499 verstarb, übernahm der Kurprinz im Alter von 15 Jahren zusammen mit seinem zehnjährigen Bruder Albrecht die Regierung, zunächst unter der Vormundschaft ihres Onkels, Markgraf Friedrich V. von Ansbach-Bayreuth.
Als Albrecht 1513 Erzbischof von Magdeburg wurde, endete die gemeinsame Regierung der beiden Brüder.

Joachims erstes großes Anliegen war die Bekämpfung des Raubrittertums, denn kein anderes Land litt darunter so sehr wie Brandenburg. Schutzgelderpressung war an der Tagesordnung und wer kein Geld für einen Geleitschutz zahlte, musste damit rechnen, überfallen und ausgeraubt zu werden.
Aber auch Bauernhöfe und Dörfer waren vor Raub und Erpressung nicht sicher.
Ohne Ansehen der Person ließ der Kurfürst "Landbeschädiger" in die Kerker werfen oder aufhängen.
Da von diesem rigorosen Vorgehen auch Adlige betroffen waren (1506 ließ er siebzig Raubritter, darunter vierzig Adlige, hängen), machte sich Joachim I unter seinen Standesgenossen so unbeliebt, dass schließlich auch er mit dem Tode bedroht wurde.
Dennoch ließ sich Joachim I nicht beirren und konnte dem Raubrittertum schließlich ein Ende bereiten.

1506 gründete Joachim I die Universität in Frankfurt/Oder und im Jahr 1516 das Kammergericht in Berlin und sorgte mit der "Constitutio Joachimica" für ein einheitliches Erbrecht und eine eng an das Römische Recht angelehnte Rechtsprechung in Brandenburg.
So nahm die Rechtsstaatlichkeit in Preußen hier ihren Anfang.
Durch seine Verdienste erhielt der Kurfürst den Beinamen "Nestor".

Aber seine Regentschaft wirft auch lange Schatten, denn ebenso kompromisslos, wie er zuvor gegen die Raubritter vorgegangen war, verhielt er sich auch gegenüber den Anhängern der Reformation und so flüchtete seine eigene, dem Protestantismus zugewandte Ehefrau Elisabeth (1485-1555), Prinzessin von Dänemark, Norwegen und Schweden, aus Furcht vor ihrem Gatten das Land.
Das Paar hatte im Jahr 1502 in Stendal geheiratet und fünf Kindern, zwei Söhnen und drei Töchtern, das Leben geschenkt.

Joachims Regentschaft ist außerdem mit einer unbarmherzigen Judenpolitik verknüpft. Er ließ sie verfolgen, foltern und grausam hinrichten. Der Hostienschädnungsprozess von 1510, der 50 Juden das Leben kostete, fiel in seine Regentschaft.
Schließlich veranlasste er die Ausweisung aller Juden aus Brandenburg.

Als Joachim I im Jahr 1535 im Alter von 51 Jahren starb, übernahm sein Sohn als Joachim II die Regierung. In seinem Testament bat er seine Erben eindringlich, die Mark Brandenburg für alle Zeiten dem katholischen Glauben zu erhalten.

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