Berlin - Impressionen einer Metropole

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Luise Henriette von Oranien

Luise Henriette von Oranien wurde am 7. Dezember 1627 in Den Haag geboren und starb am 16. Juni 1667 in Cölln. Sie war die älteste Tochter des niederländischen Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647) und seiner Ehefrau Amalie zu Solms-Braunfels (1602-1675).

Während der Dreißigjährige Krieg in Europa wütete und schrecklichen Blutzoll forderte, blieben die Niederlande verschont und erlebten eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte.
Die streng calvinistisch erzogene Luise Henriette entwickelte sich zu einer schönen und anmutigen jungen Frau.
Am 7. Dezember 1646 heiratete die Neunzehnjährige Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688), der später als der "Große Kurfürst" in die Geschichte Brandenburgs eingehen sollte.
Es war eine politisch motivierte Ehe, die dazu dienen sollte, die Macht und den Einfluss des Hauses Oranien zu sichern und zu mehren.
Die Mitgift der Braut war beträchtlich: 120.000 Reichstaler brachte Luise Henriette mit in die Ehe, der Wert ihres Schmuckes belief sich noch einmal auf rund 60.000 Reichstaler.

Eigentlich hätte Friedrich Wilhelm aus politischem Kalkül heraus viel lieber in den schwedischen Hof eingeheiratet, um der ständigen Bedrohung durch die Schweden ein Ende zu bereiten und Luise Henriette hätte sich liebend gern mit dem Großneffen ihres Vaters, Henri Charles de La Trémoille, vermählt, was allerdings daran scheiterte, dass der Angebetete unter ihrem Stande war und somit für eine Eheschließung nicht in Frage kam. Von ihrem künftigen Ehemann war Luise Henriette anfangs alles andere als begeistert.
Trotz dieser schlechten Vorzeichen entwickelte sich die Ehe der beiden zu einem Glücksfall. Luise Henriette erwies sich als eine starke und durchsetzungsfähige Frau, was den Großen Kurfürsten aber keineswegs abschreckte und so fand er in ihr eine Partnerin und politische Ratgeberin:
"Mir ist nie etwas misslungen, wenn ich ihrem Rat gefolgt bin".
Aber Luise Henriette begleitete ihren Ehemann auch auf die Jagd und folgte ihm selbst auf seinen Feldzügen:
"Ich will lieber alle Unannehmlichkeiten auf mich nehmen, um bei ihm zu sein, statt alle Bequemlichkeiten der Welt zu haben und ihn nicht zu sehen".

Zunächst war es aber ein schwerer Schritt für die junge Kurfürstin, von einem reichen und blühenden Land in das bettelarme, vom Krieg gezeichnete Brandenburg zu ziehen. Dennoch klagte sie nicht sondern unterstützte ihren Ehemann tatkräftig bei dessen Bemühungen, sein Kurfürstentum zu modernisieren und wirtschaftlich zu stärken.
1650 überließ der Kurfürst seiner Ehefrau die Domäne Bötzow als Geschenk auf Lebenszeit. In den Jahren 1651-55 entstand hier nach den Plänen des niederländischen Baumeisters Johann Gregor Memhardt ein Schloss im holländischen Barockstil und hier war es auch, wo Luise Henriette sich am wohlsten fühlte.
Im Januar 1652 erhielt das Schloss den Namen "Oranienburg" und auch der Ort Bötzow erhielt diesen Namen.

Die Ländereien bewirtschaftete Luise Henriette so erfolgreich, dass ihr ihr Ehemann noch weitere Güter zur Bewirtschaftung überließ.
Immer mehr holländische Spezialisten holte die Kurfürstin ins Land und mit ihnen fanden auch moderne Methoden Einzug in die brandenburgische Landwirtschaft und den Gartenbau. Aber es kamen auch Baumeister, Handwerker, Künstler und Kaufleute, die in Brandenburg für einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung sorgten.
Im Jahr 1665 gründete Luise Henriette in Oranienburg aus Dankbarkeit für die Geburt ihres Sohnes Karl Emil ein Waisenhaus, für dessen Folgekosten sie persönlich aufkam.
Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.

Privat hatte das Paar schwere Krisen zu bewältigen. Die Kurfürstin erlitt mehrere Fehlgeburten und von den sechs Kindern, die sie zur Welt brachte, überlebte nur der spätere König in Preußen Friedrich I beide Elternteile.
Neben dem erstgeborenen Sohn Wilhelm Heinrich, der 1648 zur Welt kam und bereits ein Jahr später verstarb, verloren die Eheleute auch ein Zwillingspärchen: Amalia und Heinrich, die ebenfalls kurz nach ihrer Geburt verstarben.
Kurpinz Karl Emil erlag im Alter von 19 Jahren der Ruhr. Der letztgeborene Sohn Ludwig war erst 20 Jahre, als er unter mysteriösen Umstanden starb. Eine vom Kurfürsten eingesetzte Kommission hielt eine Vergiftung für wahrscheinlich.

Luise Henriette, die in der Bevölkerung als warmherzige und liebevolle Landesmutter wahrgenommen und verehrt wurde, starb am 16. Juni 1667 im Alter von nur 39 Jahren an Tuberkulose. Ihre letzte Ruhe fand sie in der Gruft der Hohenzollern im Berliner Dom.
Auf Veranlassung ihres Sohnes Friedrich wurde das Schloss Oranienburg in den Jahren 1688 bis 1704 zu einem der schönsten Schlösser Brandenburgs ausgebaut.

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