Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich Wilhelm II von Preußen

Friedrich Wilhelm II aus dem Hause Hohenzollern wurde am 25. September 1744 in Berlin geboren und starb am 16. November 1797 in Potsdam. Er regierte von 1786 bis 1797. Er war der älteste Sohn von Prinz August Wilhelm (1722-1758), einem Bruder von Friedrich dem Großen (1712-1786) und Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1722-1780).
Da die Ehe seines Onkels kinderlos geblieben war, trat sein Neffe im Jahr 1786 die Thronfolge an.
Friedrich der Große hegte eine tiefe Abneigung gegen seinen Bruder, der im Alter von nur 36 Jahren starb und auch das Verhältnis zu seinem Neffen, der als Dreijähriger in seine Obhut kam, war nicht konfliktfrei und konnte es auch gar nicht sein. Zwei grundverschiedene Charaktere standen sich gegenüber: auf der einen Seite der sittenstrenge, introvertierte und eher bescheiden lebende Onkel und auf der anderen sein großspuriger Neffe, der das Leben in vollen Zügen genoss und schon als Jugendlicher offen seine Vorliebe für das weibliche Geschlecht zeigte.

Die von seinem Onkel gestiftete Ehe mit Prinzessin Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel (1746-1840) erwies sich als Fehlschlag, da die Ehepartner sich gegenseitig untreu waren. Die Ehe, aus der eine Tochter hervorging, wurde 1769 geschieden.
Noch im selben Jahr heiratete der Kronprinz Prinzessin Friederike Luise von Hessen-Darmstadt (1751-1805). Das Paar bekam sieben Kinder, von denen die erstgeborene Tochter Wilhelmine aber schon im Kleinkindalter verstarb. Der erstgeborene Sohn und Thronfolger Friedrich Wilhelm war bereits am 3. August 1770 zur Welt gekommen.
Auch diese Ehe verlief nicht glücklich, da Friedrich Wilhelm zahlreiche außereheliche Beziehungen pflegte.
Die bekannteste Mätresse war die als "preußische Pompadour" bezeichnete Wilhelmine Encke, mit der er fünf Kinder zeugte und die er nach dem Tod seines Onkels in den Adelsstand erhob.
1786 ging Friedrich Wilhelm mit Julie von Voß und im Jahre 1790 mit Sophie Juliane Friederike Gräfin von Dönhoff morganatische Ehen ein. Auch aus diesen Verbindungen gingen Nachkommen hervor. Insgesamt zeugte Friedrich Wilhelm II sechzehn Kinder.

Nach der Krönung von Friedrich Wilhelm II setzte das Volk zunächst große Hoffnungen auf ihn, denn sein Onkel hatte in den letzten Jahren vor seinem Tod viel von seiner einstigen Popularität in der Bevölkerung verloren.
Als der neue König seine Residenz von Potsdam nach Berlin verlegte, war die Zustimmung gerade bei den Berlinern groß. Auch seine Verdienste um Kunst und Architektur und die Errichtung des Brandenburger Tores stießen auf große Sympathien.

Da der König von seinem Onkel niemals gründlich in die Staatsgeschäfte eingeführt worden war, überließ der darin unerfahrene Monarch diese Dinge einer Kabinettsregierung, die im Jahr 1788 die Religions- und Pressefreiheit aufhob.
Am Hof herrschten bald Intrigen, Korruption und eine Günstlings- und Mätressenwirtschaft. Zudem stieß der Lebenswandel des Königs, der ihm in der Bevölkerung den wenig schmeichelhaften Beinamen der "dicke Lüderjahn" (Taugenichts) einbrachte, auf immer größere Missbilligung.
Die Königin zeigte sich durch die zahlreichen Affären ihres Ehemannes zunehmend gedemütigt. Der Kronprinz stellte sich auf die Seite seiner Mutter, was sein Verhältnis zum Vater nachhaltig trübte.
Zudem stand der König, der einen Hang zum Okkultismus hatte, unter dem Einfluss höchst zweifelhafter spiritistischer Kreise. Regelmäßig nahm er an Geisterbeschwörungen teil und verhalf wichtigen Vertretern des Rosenkreuzer-Ordens wie Johann Christoph von Wöllner und Hans Rudolf von Bischoffwerder zum Aufstieg in hohe Staatsämter.

Unter Friedrich Wilhelm II gewann Preußen durch die zweite Teilung Polens durch Russland und Österreich Danzig, Thorn und Südpreußen hinzu und durch eine weitere Teilung Masowien, Warschau und Neuostpreußen. Da seit 1791 auch Ansbach und Bayreuth zum preußischen Herrschaftsgebiet gehörten, hatte sich Preußen während der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm II um ein Drittel und die Bevölkerungszahl von 5,4 auf 8,7 Millionen vergrößert.
Friedrich Wilhelm II. starb am 16. November 1797 im Alter von 53 Jahren an Brustwassersucht.
Seine letzte Ruhe fand er in der Hohenzollerngruft im Berliner Dom

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