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Alter Jüdischer Friedhof

Berlin, Alter Jüdischer Friedhof Der Friedhof in der Großen Hamburger Straße im Berliner Bezirk Mitte ist die älteste heute noch existierende jüdische Begräbnisstätte der Stadt.
Angelegt wurde der Friedhof im Jahr 1672 nachdem der Große Kurfürst 50 jüdischen Familien per Dekret die Wiederansiedlung in Brandenburg ermöglicht hatte.
Da die ersten Familien am 10. September 1671 einen Schutzbrief erhielten, gilt dieses Datum seither als Gründungsdatum der Berliner Jüdischen Gemeinde.

Nachdem Mordechai Model ein damals noch vor dem Spandauer Tor gelegenes 0,59 Hektar große Grundstück erworben hatte, überließ er dieses der jüdischen Gemeinde zu Berlin als Begräbnisstätte. Damit wurde er zum Friedhofsgründer.

Gumpricht Jechiel Aschkenasi war der Erste, der auf diesem Friedhof seine letzte Ruhe fand. Ihm folgten Persönlichkeiten wie der Philosoph Moses Mendelssohn und sein Lehrer, Rabbi David Hirschel Fränkel, wie auch der Seidenfabrikant Isaak Bernhard, bei dem Mendelssohn einst als Hauslehrer tätig war.
Des Weiteren liegen auf diesem Friedhof der Unternehmer, Hoffaktor und Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Veitel Heine Ephraim, an den heute noch das Ephraim-Palais im Nikolaiviertel erinnert und der Bankier Daniel Itzig. Aber auch der Leiter des Jüdischen Krankenhauses Marcus Herz, der mit der Schriftstellerin Henriette Herz verheiratet war, wurde hier bestattet.
Nach der Schließung der Begräbnisstätte im Jahr 1827 wurde ein neuer jüdischer Friedhof an der Schönhauser Allee im Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Berlin-Pankow genutzt.

Neben dem jüdischen Friedhof entstand ein Altersheim, das 1844 bezogen werden konnte und den Nationalsozialisten als Durchgangslager für rund 50.000 jüdische Mitbürger diente, die dort gesammelt und anschließend in die Konzentrationslager von Auschwitz und Theresienstadt deportiert wurden.
Danach zerstörten die Nazis das Altersheim und errichteten auf dem Gelände einen Splittergraben. Dafür wurden die Grabsteine zweckentfremdet und die Gebeine entfernt.
Nur 20 Grabsteine haben Schändung und Zerstörung überlebt, darunter auch der Grabstein von Gumbricht Jechiel Aschkenasi.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Friedhofsgelände Massengräber für 2425 Kriegstote ausgehoben, darunter befanden sich auch Angehörige von Wehrmacht und SS
Zu DDR-Zeiten wurde das Gelände zu einer Grünanlage umfunktioniert.
Denkmal Jüdische Opfer des Faschismus 1985 wurde vor dem Zaun des Friedhofs das Denkmal "Jüdische Opfer des Faschismus" von Will Lammert aufgestellt. Dieses aus 13 Bronzeskulpturen bestehene Mahnmal stand seit 1957 vor dem KZ Ravensburg.

Im Jahr 2007 begann eine gründliche Restaurierung des Alten Jüdischen Friedhofs. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 1 Million Euro und wurden sowohl vom Berliner Senat und vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als auch von der jüdischen Gemeinde getragen.
Im Zuge dieser Restaurierung wurden Wege erneuert und Gedenktafeln angebracht, die über die Geschichte des Friedhofs Auskunft geben. Die wenigen noch erhaltenen Grabsteine wurden in die umgebende Mauer eingebaut. Neben dem Grabmal des Philosophen Moses Mendelssohn wurden noch 20 weitere Grabsteine aus den Jahren 1675 bis 1694 restauriert.
Am Eingang befindet sich ein Wasserbecken für das rituelle Händewaschen und es stehen Kippas (die traditionelle Kopfbedeckung) für männliche Besucher bereit.
Am 24. September 2008 wurde der Alte Jüdische Friedhof wiedereröffnet.

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