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Zitadelle Spandau
Der italienische Baumeister Francesco Chiaramella de Gandinoie entwarf die Zitadelle in Spandau und hatte bis 1578 die Bauleitung inne. Danach wurde er von seinem Landsmann, Rochus Graf zu Lynar abgelöst.

Über dem Eingang des Torhauses ist das Wappen Brandenburgs angebracht. Nach der Krönung von Kurfürst Friedrich III zum König Friedrich I im Jahre 1701 wurde der Kurhut Brandenburgs durch die Königskrone ersetzt.
Westlich des Eingangs steht der Palas, das als Wohnhaus genutzt wurde und von dem es mehrere Vorgängerbauten gab. Das heutige Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Zur Zitadelle gehören vier Bastionen: "König", "Königin", "Kronprinz" und "Brandenburg".

Bei Ausgrabungen stieß man auf rund 70 mittelalterliche jüdische Grabsteine, die in der Bastion "Königin" untergebracht wurden.

Der älteste Teil der Zitadelle ist der 30 Meter hohe Juliusturm, der Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein dürfte.
Er diente als Zufluchtsort, als Verlies und als Aufbewahrungsort des "Reichskriegsschatzes". Hier horteten bis 1918 die Reparationsgelder, die die Franzosen nach dem Ende der Deutschen Einigungskriege (1871) zu zahlen hatten.
Der Zinnenkranz stammt aus dem Jahre 1838 und wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen.

Die prominentesten Häftlinge der Zitadelle waren u.a.
Anna Sydow, die Mätresse des Kurfürsten Joachim II, die nach dem Tod ihres Gönners von dessen Sohn und Nachfolger Johann Georg in den Kerker verbannt wurde, wo sie vier Jahre später verstarb.
Eberhard Danckelmann, Premierminister und Lehrer von König Friedrich I, der von seinen Feinden - unter ihnen auch Kurfürstin Sophie Charlotte - gestürzt und inhaftiert und als späte Genugtuung von Friedrich Wilhelm I an den Hof berufen wurde.
Den Staatsminister und Reichsgrafen Kolbe von Wartenberg ereilt dasselbe Schicksal.
Benjamin Raule, Generalmarinedirektor, der nach dem Tode seines Gönners, Kurfürst Friedrich Wilhelm, auf der Zitadelle festgesetzt wurde und
Friedrich Ludwig Jahn, "Turnvater Jahn", der von seiner fünfjährigen Haft einen Teil in Spandau absaß.
Heutzutage dient dieses Gebäude als Aussichtsturm.

Im August 1691 explodiert der Pulverturm auf der Bastion Kronprinz in Folge eines Blitzeinschlages und zerstört nicht nur zahlreiche umliegende Häuser sondern fordert auch 21 Menschenleben.

1675 wurde die Zitadelle von schwedischen Truppen belagert und 1806 eroberte Napoleon die Festung. Dabei wurde sie schwer beschädigt und musste umfangreich restauriert werden.
Im Jahre 1813 waren es preußische Truppen, die die Zitadelle belagerten. Dabei kam es durch einen Artillerietreffer auf der Bastion "Königin" zu einer Explosion des Pulvermagazins.
Im April 1813 zogen sich die französischen Truppen zurück.
In den 1930-er Jahren entstand das "Heeresgasschutzlaboratorium", in dem an der Forschung und Weiterentwicklung von chemischen Kampfstoffen gearbeitet wurde.

1945 besetzten sowjetische Truppen die Zitadelle, 1948 übernahmen die Briten.

Heutzutage finden in der Zitadelle die unterschiedlichsten Kulturveranstaltungen statt. Unter dem Titel "Enthüllt - Berlin und seine Denkmäler" wird es ab 2012 eine Dauerausstellung geben. 26 Standbilder und 40 Büsten aus der ehemaligen Siegesallee - wegen der zahlreichen Skulpturen im Volksmund auch als "Puppenallee" belächelt - werden zur Zeit noch restauriert.
Neben mehreren Ateliers beherbergt die Zitadelle auch eine Kunstschule und ein Puppentheater.
Im ehemaligen Zeughaus befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum mit einer Dauerausstellung im Erdgeschoss und Wechselausstellungen im Obergeschoss.
Die Bastion "Kronprinz" bietet umfangreiche Kunstausstellungen.

Die Katakomben der Zitadelle bieten ein wichtiges Winterquartier für über 10.000 Fledermäuse.
Außerdem gibt es Schaugehege mit Nifflughunden und südamerikanischen Brillenblattnasen. Früher waren in der Zitadelle auch Vampirfledermäuse zu Hause. Diese wurden aber schon vor Jahren vom Zoo Berlin übernommen.
Neben dem alljährlichen Fledermausfest gibt es Veranstaltungen, die über das Leben und den Schutz des Kleinsäugers informieren.

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Zitadelle Spandau

Die Zitadelle in Spandau, erbaut in den Jahren 1557 bis 1594 ist eine der bedeutendsten Renaissance-Festungen Europas. Der Juliusturm stammt aus dem Mittelalter.

Berlin, Zitadelle Spandau

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