Johann Gottfried Schadow
Johann Gottfried Schadow wurde am 20. Mai 1764 als Sohn eines Schneiders in Berlin geboren und starb am 27. Januar 1850 ebenfalls in Berlin.
Nach dem Besuch des Gymnasiums zum Grauen Kloster wurde er Schüler des Hofbildhauers Jean Pierre Antoine Tassaert.
Im Jahr 1785 heiratete Schadow Marianne Devidels, die Tochter eines jüdischen Juwelenhändlers, mit der er zwei Kinder zeugte.
Zunächst arbeitete Schadow als Porzellanmaler in der Königlichen Porzellanmanufaktur.
Nach dem Tod von Tassaert im Jahre 1788 übernahm Schadow als Nachfolger seines ehemaligen Lehrers die Leitung der Hofbildhauerwerkstatt. Dadurch lernte er den Direktor des Oberhofbauamtes, Carl Gotthard Langhans kennen, mit dem er in den Folgejahren künstlerisch eng zusammenarbeitete.
1795 modellierte Schadow die Quadriga für das von Langhans entworfene Brandenburger Tor.
Nach dem Tod seiner Frau Marianne im Jahre 1815 heiratete Schadow 1817 Caroline Henriette Rosenstiel. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor, von dem ein Kind schon wenige Monate nach seiner Geburt starb.
1827 wurde Schadow zum Abgeordneten von Berlin gewählt und erhielt 1830 die Ehrendoktorwürde der Philosophie durch die
Berliner Universität verliehen.
Im selben Jahr starb auch seiner zweite Frau Henriette
1836 wurde ihm zu Ehren die Kleine Wallstraße in Schadowstraße umbenannt.
Auf Grund eines Augenleidens und der damit verbundenen eingeschränkten Sehfähigkeit ging Schadows Schaffensperiode langsam zu Ende.
1849 veröffentlichte Schadow seine Memoiren unter dem Titel: "Kunst-Werke und Kunstansichten".
Schadow, der wenige Jahre vor seinem Tode aus den Händen von
König Friedrich Wilhelm IV den Orden "Pour le mérite" erhalten hatte, starb am 27. Januar 1850 im Alter von 85 Jahren und wurde auf dem
Dorotheenstädtischen Friedhof begraben, wo auch
Schinkel,
Rauch und
Stüler ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Schadow ist der bedeutendste Bildhauer des deutschen Klassizismus und Gründer der Berliner Bildhauerschule. Christian Friedrich Tieck und Christian Daniel Rauch gehörten zu seinen Schülern.
Schadow war nicht nur als Bildhauer tätig, er war auch Zeichner und Grafiker und veröffentlichte kunsthistorische und theoretische Schriften.
Von seinen bekanntesten Werken als Bildhauer seien hier erwähnt:
1790 Grabmal des Grafen Alexander von der Mark,
Alte Nationalgalerie,
1793 Quadriga,
Brandenburger Tor
1797 Die Prinessinnengruppe (Doppelstandbild von
Luise und Friederike), Alte Nationalgalerie, Gipsmodell in der
Friedrichswerderschen Kirche
1822 Bronzestatue von Friedrich II mit seinen Windhunden Alkmene und Hasenfuß,
Bodemuseum
zurück zur Liste
Seitenanfang