Das im Neo-Renaissancestil errichtete Rote Rathaus ist Sitz des
Regierenden Bürgermeisters und des Senats von Berlin.
Das viergeschossige Gebäude verfügt über drei Innenhöfe und einen rund 74 Meter hohen Turm. Es ist neben der
Marienkirche das einzige noch vorhandene Zeugnis des untergegangenen Marienviertels.
Das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Rathaus wurde nach Kriegsende wiederaufgebaut und die Fassade größtenteils originalgetreu rekonstruiert. Das Innere des Rathauses wurde allerdings fast vollständig neu gestaltet.
Während in der geteilten Stadt der Ostberliner Magistrat im Roten Rathaus untergebracht war, hatte der Westberliner Senat seinen Sitz im
Rathaus Schöneberg.
Seit 1991 dient das Rote Rathaus wieder als Regierungssitz für das vereinigte Berlin. In den Jahren 1990 bis 1996 wurde es einer umfassenden Renovierung unterzogen.
Im Rathaus befinden sich drei besonders markante Säle.
Der Wappensaal beeindruckt durch seine Fenster, in denen alle Berliner Wappen zu sehen sind. Er dient vorzugsweise dem Empfang von Staatsgästen.
Der Große Festsaal ist - wie sein Name schon sagt - Festlichkeiten vorbehalten. Bis 1990 tagte hier die Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung.
Der Säulensaal, der einzige noch im Original erhaltene Raum, ist für Ausstellungen und Veranstaltungen vorgesehen. Seine neun Meter hohe Halle wurde ursprünglich als Bibliothek genutzt.
Im Treppenhaus der dritten Etage hängen die Portraits der Berliner Ehrenbürger, auf die Leinwand gebannt von Rolf Dübner.
In der Höhe des ersten Stockwerkes schmückt ein Terrakottafries, bestehend aus 36 Relieftafeln, das gesamte Gebäude. Es zeigt sowohl den Alltag der Bürger, als auch Verdienste der
preußischen Könige und herausragende Ereignisse der Berliner Stadtgeschichte.
Geschaffen wurden die unter dem Namen "Steinerne Chronik" bekannt gewordenen Tafeln von Ludwig Brodwolf, Alexander Calandrelli, Otto Geyer und Rudolf Schweinitz.
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