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Reichstagsgebäude
Der Reichstag hat eine wechselvolle Geschichte. Errichtet wurde der Bau nach den Deutschen Einigungskriegen und der von Otto von Bismarck in die Wege geleiteten Reichsgründung im Jahre 1871.

Die Höhe der Kuppel rief den Unwillen des Kaisers hervor, denn für Wilhelm II war es unerträglich, dass die Kuppel des Reichstages höher sein sollte als die Kuppel seines Schlosses.
Die Inschrift "Dem Deutschen Volke" wurde erst 1916, also 22 Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes angebracht.
Bis 1918 beherbergte der Reichstag das Parlament des deutschen Kaiserreichs.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Abdankung von Wilhelm II, rief am 9. November 1918 Philipp Scheidemann vom Balkon am Westportal die Republik aus mit den Worten: "Das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik!"

1925 wurde Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall und überzeugter Anhänger der Monarchie, als neuer Reichspräsident in sein Amt eingeführt.

Als in der Nacht zum 28. Februar 1933 der Reichstag brannte, inhaftierte man wenig später den niederländischen Kommunisten Marinus van der Lubbe und klagte ihn neben mehrerer kommunistischer Funktionäre der Brandstiftung an. Während man die Mitangeklagten mangels Beweisen aus der Haft entlassen musste, richtete man Marinus van der Lubbe 1934 hin.
Allerdings steht seine Schuld auf Grund der dürftigen Beweislage und eines dubiosen Geständnisses nicht zweifelhaft fest.

Den Nationalsozialisten kam dieser Brandanschlag keineswegs ungelegen, denn sie nahmen dieses Ereignis zum Anlass, politische Gegner rücksichtslos zu verfolgen und die bürgerlichen Grundrechte im Rahmen eines Ermächtigungsgesetzes "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" erheblich einzuschränken. Ziel dieser Aktion war die Abschaffung der Republik.

Für die Nationalsozialisten spielte der Reichstag aber fortan keine Rolle mehr und so blieb das Gebäude in den zwölf Jahren ihrer Herrschaft völlig ungenutzt.
Ungeachtet dieser Tatsache sahen Stalin und seine Rote Armee dennoch im Reichstag den Hort des Bösen, den Inbegriff von Faschismus und Völkermord und so wurde bei der Schlacht um Berlin das Gebäude gestürmt und durch Raketenbeschuss schwer beschädigt.
Das in aller Welt bekannte Foto vom Hissen der Roten Fahne auf dem Reichstag wurde kurz nach der Erstürmung nachgestellt.
Noch heute erzählen die einst von russischen Soldaten an die Mauern des Reichstags angebrachten Graffiti von jenen Tagen. Teile dieser Graffiti wurden in das sanierte Gebäude als Zeitzeugnisse integriert, die anderen Teile wurden auf Film gebannt und archiviert.

Nach Ende des Krieges etablierte sich vor dem Reichstagsgebäude einer der größten Schwarzmärkte der Stadt.
1948, anlässlich der bevorstehenden Berlin-Blockade durch die Sowjets, hielt hier der Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter vor Hunderttausenden von Bürgern seine berühmt gewordene Rede an die Weltöffentlichkeit: "Ihr Völker der Welt......, schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!"
Bis in die Sechziger Jahre fanden die Westberliner Kundgebungen zum 1. Mai auf dem Gelände vor dem Reichstag statt.

Die Kuppel, die als Symbol wilhelminischer Protzerei und Großmannssucht galt, wurde 1954 gesprengt.
1955 beschloss der Bundestag den Wiederaufbau der Teilruine, der allerdings nicht originalgetreu ausfiel. Zahlreiche Schmuckelemente wurden weggelassen und Innenräume wurden völlig neu gestaltet.

Auf Grund des Viermächte-Status Berlins durften im Reichstag keine Plenarsitzungen des Bundestages abgehalten werden und so fanden lediglich Ausschuss- und Fraktionssitzungen in diesem Gebäude statt.
Nach dem Fall der Mauer fand am 3. Oktober 1990 zwischen dem Reichstagsgebäude und dem Brandenburger Tor die große Feier zur Deutschen Einheit statt.

Am 20. Juni 1991 fiel die Abstimmung über den künftigen Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland denkbar knapp zugunsten Berlins aus.
Vor dem Umzug in die neue Hauptstadt wurde das Reichstagsgebäude nochmals umgebaut und von Grund auf modernisiert.
Der britische Architekt Norman Foster baute die begehbare Reichstagskuppel, die heute zu den beliebtesten Touristenattraktionen Berlins zählt. Der Bau dieser Kuppel wurde allerdings von langwierigen und heftigen Auseinandersetzungen unter den Parlamentariern geprägt.

Im Jahre 1995 verhüllte das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude den Reichstag für 14 Tage und machte das Gebäude damit weltweit bekannt.
Der Reichstag ist unterirdisch mit den anderen Gebäuden des Regierungsviertels verbunden
Zwischen Reichstag und Spreeufer stehen heute Kreuze. Jedes Kreuz trägt den Namen eines Flüchtlings, der durch Grenzsoldaten der DDR ums Leben kamen.

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Berlin, Reichstagsgebäude

Reichstagsgebäude

Erbaut wurde der Reichstag von 1884-1894 nach den Plänen von Paul Wallot.
Es entstand ein monumentaler Bau aus Elementen der Renaissance, des Barock und des Klassizismus.
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