Berlin - Impressionen einer Metropole

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Die Goldenen Bären seit 1951

Internationale Filmfestspiele Berlin

Internationale Filmfestspiele Berlin (Berlinale)

Die Berlinale, das alljährlich stattfindende internationale Berliner Filmfestival, hat sich seit ihrer Gründung im Jahre 1951 zu einem der weltweit bedeutendsten Events der Filmbranche gemausert. Kein anderes Festival trifft auf ein so großes Publikumsinteresse. Dementsprechend groß ist das Echo in den Medien und bei Fachbesuchern. Jahr für Jahr berichten über 4000 Journalisten über dieses Großereignis.
Finanziert wird die Berlinale sowohl vom Bund als auch von privaten Sponsoren.

Der Goldene Bär, der heißbegehrte Hauptpreis, wurde von der Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) gestaltet.
Ihre Existenz verdankt die Berlinale Oscar Martay. Dieser war 1948 als Film Officer der amerikanischen Militärregierung nach Berlin gekommen, wo er für die Beaufsichtigung der Filmvorhaben sowie für deren Förderung und Finanzierung zuständig war.
In den ersten Jahren wurde die Berlinale im Sommer ausgetragen, seit 1978 findet sie im Februar statt.

Bereits die erste Berlinale mit dem Motto "Schaufenster der freien Welt" war ein großer Publikumserfolg und sorgte für einen Ansturm auf die Tickets. Eröffnet wurde sie mit dem außer Konkurrenz laufenden Hitchcock-Film "Rebecca" im Titania-Palast in Berlin-Steglitz.
Der erste Goldene Bär war damals noch ein Publikumspreis und ging an Disneys "Cinderella".
Der erste Festspielleiter war der Filmhistoriker Alfred Bauer.
Anfänglich hatte das Publikum bei der Preisverleihung noch ein Mitspracherecht, doch seit 1956 entscheidet allein eine internationale Jury über die Auszeichnungen.
Die Nominierung der Wettbewerbsfilme und die Auswahl der Juroren obliegt dem Leiter der Berlinale.

Das politische Tauwetter sorgte dafür, dass erstmals 1974 bei der Berlinale ein sowjetischer Film gezeigt werden konnte, ein Jahr später beteiligte sich auch die DDR mit einer eigenen Produktion.
1976 übernahm zunnächst der Filmpublizist Wolf Donner die Leitung der Berlinale, ihm folgte 1979 Moritz de Hadeln. Seit 2001 ist Dieter Kosslick für die Filmfestspiele verantwortlich.

Die Aufführung der im Wettbewerb befindlichen Filme findet im Berlinale Palast am Potsdamer Platz, im CineMaxX, Kino International, Haus der Berliner Festspiele in der Schaperstraße (Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf) und seit kurzem auch im Friedrichstadtpalast (Berlin-Mitte) statt. Zu diesem Wettbewerb zugelassen werden nur Filme, die nicht älter als 12 Monate sind und noch nicht auf dem internationalen Parkett aufgeführt wurden.
Im Berlinale Palast ist zudem der Eröffnungsfilm zu sehen und hier findet auch die Preisverleihung statt.

Jeder Wechsel in der Führung brachte auch immer Veränderungen mit sich und so war die Berlinale einem steten Wandel unterworfen.
Heutzutage ist die Berlinale in über 20 Sektionen unterteilt, wie beispielsweise Berlinale Shorts, Berlinale Special, Retrospektive, Hommage etc. Der Gewinner in der Sektion Generation wird von einer Kinderjury gekürt und mit einem Gläsernen Bären ausgezeichnet.

Zu einem handfesten Skandal kam es auf der Berlinale 1970 wegen des Anti-Vietnamkriegsfilms "o.k." von Michael Verhoeven. Der in schwarz-weiß gedrehte Film zeigt einen authentischen Fall von einem Mädchen, das von amerikanischen Soldaten gequält, erniedrigt, vergewaltigt und schließlich ermordet wird.
Die Gemüter erhitzten sich und die Wellen in den Medien schlugen hoch. Die in zwei Lager gespaltene und hoffnungslos zerstrittene Jury trat schließlich zurück, was zur Folge hatte, dass es in diesem Jahr zu keinen Auszeichnungen kam. Immerhin aber hatte dieser Eklat auch etwas Positives, denn bereits ein Jahr später gab es eine zusätzliche Sektion, das Internationale Forum des Jungen Films, in der kritische und progressive Filme ihren Raum fanden

Aber es gab noch einen weiteren Eklat im Jahr 1979, der um ein Haar wiederum zu einem Abbruch der Berlinale geführt hätte.
Der Stein des Anstoßes hieß diesmal "The Deer Hunter" (Die durch die Hölle gehen) des Regisseurs Michael Cimino und behandelte ebenfalls das Reizthema Vietnam. Gezeigt wird das traurige Schicksal dreier russischstämmigen Amerikaner, die sich freiwillig an die Front melden. Die Ostblockstaaten zogen daraufhin alle Filme zurück und die Juroren aus Ungarn und der Tschechoslowakei mussten abreisen. Man begründete diesen Boykott damit, dass der Film das vietnamesische Volk beleidige und eklatant gegen das Prinzip der Völkerverständigung verstoße.
Überraschend kam diese Reaktion allerdings nicht, denn schon im Vorfeld hatten die Sowjets mit Sanktionen gedroht, sollte der Film auf der Berlinale gezeigt werden.
Übrigens gewann Ciminos Film kurz danach fünf Oscars.

Von großer Bedeutung ist der zeitgleich zur Berlinale im Martin-Gropius-Bau stattfindende European Film Market (EFM), eine Zusammenkunft von Filmindustrie und Filmschaffenden.

Die Goldenen Bären seit 1951


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