Nachdem Kurfürst
Johann Sigismund 1613 zum Calvinismus übergetreten war, entstand in der Doppelstadt Berlin-Cölln eine reformierte Gemeinde.
Die Planungen für den Bau der Parochialkirche stammten von Johann Arnold Nering, der u.a. die Schlosskapelle in
Köpenick errichtet hatte.
Am 15. August des Jahres 1695 legte Kurfürst Friedrich III und spätere König
Friedrich I den Grundstein für die Kirche. Noch im selben Jahr verstarb Nering, der neben
Andreas Schlüter der bekannteste Barock-Baumeister Berlins war.
Nachfolger von Nering wurde Martin Grünberg, der auf einen billigeren, da weniger aufwändigen Kirchenbau setzte.
Als im Jahre 1698 das fast vollendete Dachgewölbe in sich zusammenbrach, musste wiederum neu geplant werden. Dieses Mal wurde auch Andreas Schlüter in die Planungen mit einbezogen.
Während die Kirche schon 1703 geweiht wurde, dauerte der Bau des Turmes noch bis 1714.
Der Turm erhielt ein Glockenspiel mit 37 Glocken, das die Kirche über die Grenzen Berlins hinaus bekannt machte.
Im Jahr 1732 erhielt die Kirche eine Orgel von Joachim Wagner.
Obwohl das Gotteshaus während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde, fanden in der Ruine auch noch in den Nachrkiegsjahren Gottesdienste statt.
Das von Fritz Kühn aus Schrott angefertigte Eisenkreuz hängt seit 1961 im Altarraum. Nutzte man das Gebäude in der DDR anfangs noch für Ausstellungen und Konzerte, so diente es ab 1970 als Möbellager.
Ab 1991 erfolgte eine vorsichtige Sanierung der Kirche. Allerdings fehlte für den Wiederaufbau der Turmspitze und des Glockenspiels das Geld. Spendensammlungen sollen die Rekonstruktion des Turmes, deren Kosten auf 3 Millionen Euro geschätzt werden, ermöglichen.
Eine Rekonstruktion der Kirche ist nicht vorgesehen. Man hat sich bei der Sanierung des Innenraums nur auf das Nötigste beschränkt. Die Wände sind unverputzt und die Decke zum Dachstuhl bleibt offen.
Heute finden in dem Gebäude Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen statt.
Der Kirchhof gehört zu den ältesten heute noch erhaltenen Kirchhöfen Berlins. Er wurde von Kurfürst Friedrich III. und seiner Gemahlin
Charlotte 1705 eingeweiht.
Der Straßenverbreiterung von 1862 fiel ein Teil des Friedhofs zum Opfer.
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