General Lucius D. Clay
(der Vater der Luftbrücke)
Lucius Dubignon Clay wurde am 23. April 1897 in Marietta (Georgia) geboren und starb am 16. April 1978 in Chatham (Massachusetts).
Er war ein Freund und Fürsprecher der Deutschen, aber ganz besonders lagen ihm die Berliner am Herzen. Er ging in die Geschichte der Stadt ein als "Luftbrückengeneral".
Clay, der Sohn des Senators von Georgia, Alexander Stephens Clay, besuchte die Militärakademie in West Point und wurde Stellvertreter von General Dwight D. Eisenhower.
Von 1947 bis 1949 war Clay Militärgouverneur in der amerikanischen Besatzungszone und war Initiator der
Berliner Luftbrücke während der Berlin-Blockade der Sowjets in den Jahren 1948/49.
Der "Retter Berlins" begleitete die Freiheitsglocke in einem Triumphzug durch 26 Staaten der USA, bevor diese am 21. Oktober 1950 den Berlinern übergeben und im Turm des
Rathauses Schöneberg installiert wurde.
1961 entsandte Präsident John F. Kennedy den inzwischen aus dem Militär ausgeschiedenen Lucius D. Clay als Sonderbotschafter nach Berlin.
Kurz nach dem Bau der Berliner Mauer kehrte Clay als Begleiter des Vizepräsidenten Johnson auf einen Blitzbesuch an die
Spree zurück, um den Berlinern in diesen schweren Tagen zur Seite zu stehen und ihnen Mut zu machen.
Dabei war Clay einst nicht als Freund der Deutschen nach Berlin gekommen, ein Freund wurde er erst später. Es beeindruckte ihn tief, mit welchem Überlebenswillen und welcher Entschlossenheit die Berliner den immer häufigeren Störfeuern der Sowjets trotzten.
Er warnte die USA davor, sich aus Berlin zurückzuziehen und er begann, die Luftbrücke zu organisieren - die größte zivile Hilfsaktion per Luft der Weltgeschichte. 300 Tage lang währte die Versorgung der Berliner aus der Luft. Tag und Nacht landete alle drei Minuten eine Maschine, voll beladen mit Lebensmitteln - insgesamt rund 1.500.000 Tonnen. Bei den rund 280.000 gefährlichen Flugeinsätzen kamen 83 Personen ums Leben. Zu ihren Ehren wurde auf dem ehemaligen
Flughafen Tempelhof ein
Luftbrückendenkmal errichtet.
Lucius D. Clay wurden viele Ehrungen zuteil, u.a. die Ehrenbürgerwürde der Stadt, die Ehrendoktorwürde der Freien Universität, Berlin und das Bundesverdienstkreuz.
An Clays ehemaligem Wohnsitz in Berlin-Dahlem enthüllte der amerikanische Botschafter 2006 eine Gedenktafel.
Clay gab einer Berliner Schule und einer Berliner Straße seinen Namen, aber auch außerhalb Berlins wurde er geehrt. So wurde eine niedersächsische Kaserne nach ihm benannt und Clay erhielt den Konrad-Adenauer-Preis.
Außerdem gibt es eine "Lucius D. Clay Medaille", die seit 1980 jährlich an Personen verliehen wird, die sich um die deutsch-amerikanischen Beziehungen besonders verdient gemacht haben.
zurück zur Liste
Seitenanfang