Berlin - ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart

Berlin, Haus der Kulturen der Welt Berlin, Hauptbahnhof Berlin, Nikolaiviertel Berlin, Reichstagsgebäude Berlin, Alte Staatsbibliothek


Home
Karl Liebknecht

Karl Liebknecht

Karl Liebknecht wurde am 13. August 1871 in Leipzig geboren und starb am 15. Januar 1919 in Berlin.
Sein politischer Lebensweg war vorgezeichnet, denn sein Vater Wilhelm, Lehrer und Journalist, hatte bereits an der Revolution 1848/49 teilgenommen und gehörte neben August Bebel und Paul Singer zu den Gründern und Anführern der SPD.
Karl Marx und Friedrich Engels waren die Taufpaten des kleinen Karl.

Von 1890 bis 1893 studierte Karl Liebknecht Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Leipzig und an der heutigen Humboldt-Universität in Berlin.
Nach einem einjährigen Militärdienst arbeitete er von 1894 bis 1898 als Referendar in Arnsberg und Paderborn.
Im Jahr 1897 promovierte er an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg mit dem Prädikat magna cum laude.
Zusammen mit seinem Bruder Theodor(1870-1948) und Oskar Cohn (1869-1934), linker Politiker und Zionist, eröffnete er in Berlin 1899 eine Anwaltskanzlei und machte sich schon bald einen Namen als politischer Anwalt.

1900 trat Karl Liebknecht der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bei.
Am 8. Mai desselben Jahres heiratete Liebknecht Julia Paradies, mit der er zwei Söhne und eine Tochter zeugte.

Im November 1901 wurde Liebknecht in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, der er bis 1913 angehörte.
Von 1907 bis 1910 bekleidete er das Amt des Präsidenten der sozialistischen Jugendinternationale.
1907 wurde Liebknecht wegen seiner Schrift "Militarismus und Antimilitarismus", die er für die sozialistische Jugendbewegung verfasst hatte, wegen Hochverrats zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt.
Die Versuche seiner politischen Gegner, Liebknecht durch den Ausschluss aus der Anwaltschaft die wirtschaftliche Existenz zu entziehen, scheiterten jedoch.
Im Jahre 1908 wurde er noch während seiner Haft Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.

Am 22. August 1911 starb seine Frau nach einer Operation.
1912 wurde Liebknecht Mitglied des Reichstags. Dort vertrat er durch seinen radikalen Antimilitarismus den linken Rand der SPD.
Im selben Jahr heiratete er die Dozentin und Kunsthistorikerin Sophie Ryss.

Liebknecht, der sich vehement gegen die Kriegsanleihen, die Wilhelm II für die Finanzierung des Ersten Weltkrieges benötigte, einsetzte, wurde im Februar 1915 zum Militärdienst eingezogen.
Er wurde Mitbegründer der Gruppe "Internationale", gab zusammen mit Rosa Luxemburg die Spartakusbriefe heraus und scharte immer mehr marxistisch gesinnte SPD-Mitglieder um sich, die gegen weitere Kriegskredite stimmten, was schließlich dazu führte, dass sich die SPD ihrer unliebsamen Mitglieder durch Ausschluss entledigte.

Am 1. Januar 1916 entstand die Spartakusgruppe, die aus der Gruppe "Internationale" hervorging und im November 1918 zum Spartakusbund wurde, aus dem später die KPD hervorgehen sollte.

Am 1. Mai 1916 organisierte Liebknecht eine Antikriegsdemonstration auf dem Potsdamer Platz, wo er von der Polizei verhaftet und schließlich zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
Doch dieses Urteil schreckte die Mitkämpfer und Sympathisanten Liebknechts keineswegs ab sondern bekräftigte sie umso mehr, sich gegen Kriegstreiberei und die kaiserliche Justiz vehement einzusetzen.
Immer unausweichlicher wurde eine Spaltung der SPD, die durch die Gründung der USPD im April 1917 schließlich auch vollzogen wurde. Die neu entstandene Partei war das Auffangbecken der Spartakusgruppe und jener marxistischen Kräfte, die eine Revolution herbeiführen wollten, was durch einen deutschlandweiten bewaffneten Generalstreik erreicht werden sollte.

Im Oktober 1918 wurde Karl Liebknecht im Zuge einer allgemeinen Amnestie vorzeitig auf freien Fuß gesetzt.
Zusammen mit Rosa Luxemburg übernahm er die Führung des Spartakusbundes und war Mitherausgeber der Zeitung "Die Rote Fahne".

Ende Oktober 1918 kam es zum Kieler Matrosenaufstand, einer Meuterei mehrerer Schlachtschiff-Besatzungen, die schließlich zu einem offenen Aufstand eskalierte, der binnen weniger Tage in die Novemberrevolution mündete und zum Sturz der Monarchie führte.

Am 9. November rief Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Schlosses die "freie sozialistische Republik" aus.
Kurz zuvor hatte der SPD-Politiker Philipp Scheidemann die Abdankung des Kaisers verkündet und von einem Fenster des Reichstages die "deutsche Republik" ausgerufen.

Um die Jahreswende beteiligte sich Karl Liebknecht an der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands und nahm mit ihr am 8. Januar am Spartakusaufstand teil. Doch der Versuch, die Übergangsregierung Friedrich Eberts mit einem Generalstreik zu stürzen, scheiterte und auch der Aufruf zur Volksbewaffnung blieb erfolglos.
Das Militär wurde gegen die Streikenden eingesetzt und es kam zu blutigen Straßenkämpfen mit Hunderten von Opfern.
Am 15. Januar 1919 wurde Karl Liebknecht nach dem gescheiterten Aufstand zusammen mit Rosa Luxemburg von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützendivision gefangengenommen, misshandelt und anschließend im Tiergarten im heutigen Berliner Bezirk Mitte ermordet.

Otto Runge und Horst von Pflugk-Harttung, die Mörder von Karl-Liebknecht, erhielten nur geringe Haftstrafen und wurden unter den Nationalsozialisten sogar noch für ihre Haft entschädigt.
Die Drahtzieher dieser Morde - Gustav Noske und Waldemar Pabst - wurden nie strafrechtlich zur Verantwortung gezogen.

zurück zur Liste

Seitenanfang

[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.