Initiator für die sakrale Gedenkstätte war der Enkel des Kaisers,
Wilhelm II.
Errichtet wurde die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem ehemaligen Auguste-Viktoria-Platz im heutigen Berliner Bezirk
Charlottenburg und am 1. September 1895 im Beisein der kaiserlichen Familie feierlich eingeweiht.
Trotzig, wenn auch beschädigt, hielt der Turm (im Volksmund als "hohler Zahn" bezeichnet) den Kriegswirren stand, während der Rest der Kirche fast vollständig den Luftangriffen zum Opfer fiel.
Als trotzig erwies er sich auch in den Nachkriegsjahren, denn als der einst mit 113 Metern höchste Kirchturm der Stadt abgerissen werden sollte, kämpften die Bürger für den Erhalt der "schönsten Ruine Berlins".
So überlebte die Turmruine und wurde ein Mahmal gegen den Krieg und zum Wahrzeichen von Westberlin, das jetzt ebenso den äußeren Gefahren trotzte, wie einst dieser Turm.
Der Architekt Egon Eiermann gruppierte um die Turmruine herum vier Neubauen: den Kirchenbau (auch " Puderdose" genannt, den Glockenturm (als " Lippenstift" bekannt), das Foyer und die Gemeindekapelle.
Der weltweit tätige französische Glaskünstler Gabriel Loire hat die neue Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit mehr als 20.000 Glasfenstern versehen.
1961 weihte der damalige Landesbischof Otto Dibelius das Gotteshaus ein.
In der Eingangshalle der ehemaligen Kirche befinden sich u.a. das Nagelkreuz der Kathedrale von Coventry, ein Ikonenkreuz der Russisch-Orthodoxen Kirche und eine Christusfigur aus der alten Kirche.
Die heutige Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht unter Denkmalschutz und gilt als einer der wichtigsten Bauten der Nachkriegsmoderne.
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