Nach den Verwüstungen des
Dreißigjährigen Krieges enstand Mitte des 17. Jahrhunderts der Stadtteil Friedrichswerder, benannt nach
Kurfürst Friedrich Wilhelm. Die Bauarbeiten leitete der niederländische Festungsbaumeister und Ingenieur des Großen Kurfürsten Johann Gregor Memhardt.
In diesem Zusammenhang entstand auch der älteste bekannte Stadtplan Berlins, ein Grundriss der beiden kurfürstlichen Residenzstädte Berlin und Cölln, der sogenannte "Memhardt-Plan" aus dem Jahre 1652.
Als Johann Gregor Memhardt vom Kurfürsten ein Baugrundstück geschenkt bekam, errichtete er sich darauf ein zweigeschossiges Wohnhaus und war somit der erste Besitzer des Vorgängerbau des Kommandantenhauses.
Das Haus wurde in der Folgezeit mehrmals baulich verändert.
Ab 1799 war es der Sitz des Kommandanten der Berliner Garnison.
Seine bekanntesten Bewohner waren neben Johann Gregor Memhardt der Schriftsteller Stendhal, der während der ab 1806 während der französischen Besetzung dieses Gebäude als Kriegskommissar bewohnte und General Paul von Hase, einer der Verschwörer vom 20. Juli 1944, nach dem gescheiterten Hitler-Attentat verhaftet und hingerichtet wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das schwer beschädigte Gebäude abgerissen.
Heute ist das Kommandantenhaus Sitz der Bertelsmann AG und Bertelsmannstiftung.
Die Fassade des Gebäudes wurde detailgetreu rekonstruiert, nicht nur in Bezug auf die Gestaltung sondern auch die historische Bausubstanz.
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