Köpenick
Ortsteile: Köpenick, Friedrichshagen,
Rahnsdorf, Müggelheim, Grünau, Schmöckwitz mit Karolinenhof und Rauchfangswerder, Oberschöneweide
Die Geschichte Köpenicks geht bis ins 6. Jahrhundert zurück, somit ist dieser Bezirk älter als Berlin oder Cölln.
Köpenick, das am Zusammenfluss von
Spree und
Dahme liegt, verdankt sein Entstehen slawischen Einwanderern, die auf der Schlossinsel eine Burganlage mit Siedlung errichteten.
Die Askanier unter Führung von Albrecht dem Bären beendeten schließlich die Vormachtstellung der Slawen.
Die erste urkundliche Erwähnung von "Copnic" (Ort auf einer Insel) stammt aus dem Jahre 1209 und so feierte Köpenick 2009 sein 800-jähriges Bestehen.
1325 erhielt Cöpenick das Stadtrecht und 1424 das Marktrecht. 1451 wurde der Stadt auch die Fischereigerechtigkeit verliehen.
Im Jahre 1478 wütete ein verheerender Stadtbrand, dem viele Häuser zum Opfer fielen.
Im Jahre 1558 ließ Kurfürst
Joachim II ein Renaissance-Jagdschloss auf der Köpenicker Schlossinsel errichten.
Ende des 17. Jahrhunderts ließ der
Große Kurfürst für seinen Sohn und Nachfolger Friedrich das
Schloss von dem Niederländer Rutger van Langervelt modernisieren und im Barockstil umbauen.
Hier lebte
Friedrich mit seiner ersten Gemahlin Elisabeth Henriette, bis diese im Alter von nur 22 Jahren verstarb. Mit seiner zweiten Gemahlin,
Sophie Charlotte verbrachte er hier nur kurze Zeit.
1730 fand auf Veranlassung des
Soldatenkönigs im Köpenicker Schloss der Prozess wegen Hochverrats gegen seinen Sohn und späteren Nachfolger,
Friedrich dem Großen, statt.
Seit 2004 dient das Gebäude als Dependance des Kunstgewerbemuseums am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte.
Auf Grund des Ediktes von Potsdam aus dem Jahre 1685 zogen viele hochspezialisierte Hugenotten vor die Tore Berlins und sorgten dadurch auch in Köpenick für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aber auch der Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals (der heutige Oder-Spree-Kanal) wirkte sich positiv auf die wirtschaftliche Lage der Stadt aus.
Im Jahre 1832 gründete Wilhelm Spindler im heutigen Berlin-
Mitte eine Wäscherei und Färberei, die sich schon bald zum größten deutschen Wäschereibetrieb mauserte und als Vorgängerin der chemischen Reinigung in Deutschland gilt.
Seit 1873 befand sich der Hauptsitz des Betriebes im heutigen Spindlersfeld, gegenüber der Köpenicker Altstadt.
Die Firma Spindler war es auch, die für einen Eisenbahnanschluss nach Spindlersfeld sorgte und diesen auch finanzierte.
Auch heute noch ist Spindlersfeld mit der Berliner S-Bahn zu erreichen.
1841 wurde die Kirche St.Laurentius eingeweiht und 1842 erhielt Köpenick einen Bahnhof.
Das 1904 von Hugo Kinzer erbaute
Köpenicker Rathaus wurde zwei Jahre später zum Schauplatz der "Cöpenickiade", über die nicht nur in Berlin sondern in der ganzen Welt gelacht wurde. Der Schuster
Wilhelm Voigt betrat in der Uniform eines Hauptmanns mit zehn Grenadieren des 1. Garderegiments das Rathaus, befahl die Herausgabe der Stadtkasse und ließ den Bürgermeister und einen Beamten verhaften und zur
Neuen Wache bringen.
Zu vier Jahren Haft wurde der Schuster daraufhin verurteilt, von denen er aber nur die Hälfte absitzen musste, da er von Kaiser
Wilhelm II begnadigt wurde.
Wilhelm Voigt verstand es, aus seiner Berühmtheit Kapital zu schlagen, wobei ihm das weltweite Interesse zugutekam. Mit dem diesmal rechtmäßig erworbenen Geld kaufte er sich ein Haus in Luxemburg, wo er seinen Lebensabend verbrachte.
Vor dem Rathaus steht heute der Hauptmann von Köpenick als Bronzestatue verewigt und ist wohl eines der beliebtesten Fotomotive der Köpenick-Touristen. Das hätte dem alten Spitzbuben sicherlich gefallen!
Im Rathaus ist Wilhelm Voigt eine kleine Ausstellung gewidmet und jeden Samstag erfolgt der Aufzug der Hauptmannsgarde.
1920 wurde Cöpenick nach Berlin eingemeindet und 1931 erfolgte die Umstellung der Schreibweise von "Cöpenick" auf "Köpenick".
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten fand vom 21. bis zum 26. Juni 1933 eine Hetzjagd auf politisch Andersdenkende statt. Über 500 Nazigegner wurden verhaftet und grausam gefoltert. Einige von ihnen verloren dabei ihr Leben. In die Geschichte eingegangen ist diese grauenvolle Episode als "Köpenicker Blutwoche".
1952 wurde das Freizeit- und Erholungszentrum FEZ in der Wuhlheide eröffnet.
Im Jahre 2001 wurden Treptow und Köpenick zum Bezirk "Treptow-Köpenick" zusammengelegt.
Alljährlich im Sommer findet in Köpenick ein mehrwöchiges Blues- und Jazzfestival statt mit in- und ausländischen Stars.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche
Hauptmann von Köpenick
Rathaus Köpenick
Heimatmuseum Köpenick
Müggelsee
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