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Friedrich Wilhelm IV wurde am 15. Oktober 1795 in Berlin als ältester Sohn von Friedrich Wilhelm III (1770-1840) und seiner Gemahlin Luise (1776-1810) geboren und starb am 2. Januar 1861 in Potsdam.
Vom 7. Juni 1840 bis kurz vor seinem Tod war er König von Preußen. Nach mehreren Schlaganfällen musste er die Regentschaft am 7. Oktober 1858 an seinen Bruder Wilhelm I übergeben.
Ein traumatisches Erlebnis für den jungen Prinzen war die Niederlage Preußens gegen die Franzosen in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahre 1806 und die damit verbundene Flucht der königlichen Familie nach Ostpreußen.
Am 29. November 1823 heiratete Friedrich Wilhelm Prinzessin Elisabeth Ludovika, eine Tochter von König Max Joseph I von Bayern. Beinahe wäre die Ehe nicht zustande gekommen, denn die katholische Prinzessin weigerte sich zunächst standhaft, zum protestantischen Glaubensbekenntnis der Hohenzollern zu konvertieren.
Anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen kam es auf der Schlossbrücke zu einem tragischen Unfall, bei dem 22 Menschen ihr Leben verloren.
Die Ehe galt als glücklich. Dennoch blieb sie kinderlos, was angeblich auf die Impotenz des Thronfolgers zurückzuführen war.
Als Friedrich Wilhelm IV. 1840 den Thron bestieg, beendete er die absolutistische Politik seines Vaters. Er machte sowohl den Katholiken Zugeständnisse als auch den Altlutheranern und politisch motivierte Todesurteile wurden aufgehoben. Die Demagogenverfolgung wurde abgeschafft und politisch Inhaftierte wurden auf freien Fuß gesetzt.
Zur Abschaffung der Pressezensur konnte sich der König allerdings nicht durchringen.
Im Jahre 1844 verübte der ehemalige Storkower Bürgermeister Heinrich Ludwig Tschesch aus gekränktem Ehrgefühl heraus im Hof des Berliner Schlosses ein Pistolenattentat auf Friedrich Wilhelm IV. Die Kugel verfehlte ihr Ziel und Tschesch musste seine schändliche Tat mit dem Leben bezahlen. Der König hätte ihn wohl begnadigt, doch der verhinderte Attentäter, der kurz zuvor noch eine Fotografie von sich anfertigen ließ, um zu beweisen, dass er nicht aussah wie ein gewöhnlicher Verbrecher,
blieb stur und reichte kein
Gnadengesuch ein, was nur folgerichtig war, denn Tschesch sah sich bis zuletzt im Recht.
Indes schwelte die Krise zwischen Königshaus und liberalem Bürgertum weiter. Die Forderungen nach einem Mitspracherecht des Volkes lehnte Friedrich Wilhelm IV ab, fühlte er sich doch als König von Gottes Gnaden und sah in der Monarchie eine von Gott gegebene und von Gott gewollte Institution.
Am 18. März 1848 entlud sich der aufgestaute Volkszorn in den Straßen Berlins und es gab blutige und verlustreiche Barrikadenkämpfe, die so lange anhielten, bis der König endlich seine Truppen aus der rebellischen Stadt zurückzog.
Nun übernahm die Bürgerwehr die Macht in Berlin und erarbeitete eine preussische Verfassung. Als Friedrich Wilhelm IV einige Monate später mit seiner Armee in Berlin einmarschierte, stieß er auf keine Gegenwehr.
Im Dezember 1849 wurde eine Verfassung verabschiedet, die bis zur Gründung der Weimarer Republik Bestand haben sollte. In ihr wurde dem Volk u.a. die Presse- und Versammlungsfreiheit gewährt sowie eine unabhängige Justiz und freie Wahlen - damals noch nach dem Dreiklassenwahlrecht.
Als ihm im April 1849 von der Frankfurter Nationalversammlung die deutsche Kaiserkrone angeboten wurde, lehnte Friedrich Wilhelm IV diese mit Hohn und Verachtung ab. Angewidert war er dabei nicht von der Kaiserkrone selbst sondern von der Institution, die sie ihm anbot.
Schon als Kronprinz beschäftigte sich Friedrich Wilhelm intensiv mit der Architektur und ganz besonders auch mit der Architektur Italiens.
Seine von ihm bevorzugten und geförderten Architekten waren u.a. Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler.
1842 ernannte er Friedrich August Stüler zum Hofarchitekten.
Durch mehrere Schlaganfälle gezeichnet, war Friedrich Wilhelm IV nicht mehr fähig, die Regierungsgeschäfte selbst wahrzunehmen und so übergab er im Oktober 1857 die Verantwortung an seinen Bruder Wilhelm.
Am 2. Januar 1861 wurde der König durch einen weiteren Schlaganfall von seinem Leiden erlöst.
Wunschgemäß wurde der Verstorbene in der Gruft der Friedenskirche in Potsdam beigesetzt. Sein Herz wurde im Mausoleum des Schlosses Charlottenburg an der Seite seiner Eltern begraben.
In Berlin erinnert ein Reiterstandbild auf der Freitreppe vor der Alten Nationalgalerie an Friedrich Wilhelm IV.