Friedrichshain
Ortsteile: Stralau, Boxhagen, Oberbaum-City
Friedrichshain, das seit dem 01.01.2001 zusammen mit
Kreuzberg einen Doppelbezirk bildet, liegt im Osten Berlins zwischen den Bezirken
Mitte und Kreuzberg im Westen,
Lichtenberg im Osten,
Pankow im Norden und
Treptow im Süden.
Der Bezirk verfügt über eine Fläche von knapp 10 km² und hat rund 116.000 Einwohner.
Friedrichshain wurde nach dem gleichnamigen Volkspark benannt, der wiederum seinen Namen von
Friedrich II aus dem Hause der
Hohenzollern ableitet.
Entstanden ist Friedrichshain in der ehemaligen Stralauer Vorstadt, die ihren ländlichen Charakter bis in das 19. Jahrhundert bewahrte.
Vor den Toren Berlins gelegen, beherbergte es auf dem heutigen Strausberger Platz den Rabenstein, eine Hinrichtungsstätte, die im Zusammenhang mit dem
Hostienschändungsprozess in die Geschichte der Judenverfolgung in Berlin und Brandenburg einging. Auch Hans Kohlhase verlor hier sein Leben.
1874 entstand in Friedrichshain das erste städtische Krankenhaus Berlins.
In den Jahren 1895 bis 1899 wurde zwischen dem heutigen Ostbahnhof und
Treptow eine unterirdische Straßenbahn gebaut, die sogenannte Knüppelbahn.
Friedrichshain mit seiner dichten Industrie- und Gewerbeansiedlung wurde zu einem wichtigen Versorgungszentrum für die aufstrebende Metropole Berlin. Große Bedeutung hatte hier der Osthafen als eine der bedeutendsten Warenumschlagsplätze.
Da der vorwiegend von Arbeitern bewohnte Ortsteil jahrzehntelang eine Hochburg von SPD und KPD war, fielen hier die Straßenschlachten zwischen Nazi-Anhängern und Nazi-Gegnern ganz besonders blutig aus.
Unter den Nationalsozialisten hieß Friedrichshain "Horst Wessel Stadt", da das Mitglied der SA hier in der Karl-Marx-Allee bei einem Streit mit einem Zuhälter und KPD-Mitglied ermordet wurde.
Während der DDR-Zeit verlor der Hafen an Bedeutung, da dieser im Grenzgebiet stand und nur noch eingeschränkt nutzbar war.
Die Karl-Marx-Allee, die während der Stalin-Ära Stalinallee hieß, wurde für Aufmärsche und Paraden stellenweise bis auf 125 Meter verbreitert und mit Wohnblöcken im Zuckerbäckerstil bebaut.
Am 17. Juni 1953 entzündete sich in dieser Straße der Aufstand der Bauarbeiter, der schließlich blutig niedergeschlagen wurde.
Heute gehört der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zu den Szenevierteln Berlins und ist nicht nur ein Touristenmagnet sondern zieht auch viele Neubürger aus dem In- und Ausland an. Dies wiederum führt zu einer Gentrifizierung, was zu immer mehr Unmut unter den Alteingesessenen und zu teilweise gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen mit der Polizei führt.
Der S-Bahnhof Ostkreuz, wegen seines desolaten Zustands von den Berlin auch "Rostkreuz" genannt, ist einer der größten Umsteigebahnhöfe Deutschlands.
Die längst überfälligen Sanierungs- und Umbauarbeiten haben 2007 begonnen, werden aber vor 2017 nicht beendet sein.
Der nach der Wende modernisierte Ostbahnhof hat seit der Eröffnung des
Hauptbahnhofs an Bedeutung verloren, wenngleich noch immer ICE-Züge dort halten.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
Oberbaumbrücke
Osthafen
Frankfurter Tor
Volkspark Friedrichshain
Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain
Friedhof der Märzgefallenen
East-Side-Gallery
O2-Arena
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