Als der französische Festungsbaumeister Jean Cayart im Jahre 1702 starb, übernahm Abraham Quesnays die weitere Bauausführung.
Die Umgestaltung des Gendarmenmarktes in der Friedrichstadt, die unter König
Friedrich I entstand und auch nach ihm benannt wurde, erfolgte unter
Friedrich dem Großen. Er ließ die Kasernen und Stallungen des Kürassierregiments "Gens d'armes" seines Vaters
Friedrich Wilhelm I, abreißen und in die Dorotheenstadt verlagern.
Das Vorbild bei der Gestaltung des Platzes diente die Piazza del Popolo in Rom mit ihren berühmten Zwillingskirchen Santa Maria in Monte Santo und Santa Maria dei Miracoli. Auch der Gendarmenmarkt erhielt zwei fast identische Kirchen, den Französischen und den
Deutschen Dom.
Zwischen 1780 und 1785 erhielt der Französische Dom seine Kuppel nach Plänen von Carl von Gontard.
Die Bezeichnung "Dom" wurde aus dem Französischen für Kuppel "dôme" abgeleitet und sagt nichts über die sakrale Bedeutung der Kirche aus.
Der Französische Dom war eine reformierte Kirche für die Hugenotten, die unter Ludwig XIV wegen ihres Glaubens verfolgt und aus dem Lande vertrieben worden waren.
Aufnahme fanden die Glaubensflüchtlinge auf Grund des Ediktes von Potsdam, das der
Große Kurfürst im Jahre 1685 erlassen hatte.
Anfang des 18. Jahrhunderts bestand rund ein Viertel der Berliner Bevölkerung aus französischen Glaubensflüchtlingen.
Die Kirche diente nicht nur als Gotteshaus sondern auch als Domschule.
Anlässlich des 250. Jahrestages des Ediktes von Potsdam im Jahre 1935 erhielt der Französische Dom das Hugenottenmuseum, das die Geschichte der französischen Glaubensflüchtlinge erzählt und den Einfluss, den sie auf Kultur und Wirtschaft ihrer neuen Heimat ausübten.
Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde der Französische Dom in den 1980-er Jahren wieder aufgebaut und anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins mit einem Glockenspiel versehen, das aus 60 Glocken besteht.
Eine weitere gründliche Sanierung erfuhr die Kirche zwischen 2004 und 2006.
zurück zur Liste
Seitenanfang