Errichtet wurde der Deutsche Dom auf einem ehemaligen Kirchhof in der Friedrichstadt, die unter König
Friedrich I entstand und auch nach ihm benannt wurde.
Die Umgestaltung des Gendarmenmarktes erfolgte auf Veranlassung von
Friedrich dem Großen, der die Stallungen des Kürassierregiments "Gens d'armes" seines Vaters, des Soldatenkönigs, abreißen und den Platz nach dem Vorbild der Piazza del Popolo in Rom anlegen ließ. Gegenüber dem Deutschen Dom entstand eine Zwillingskirche, der
Französische Dom.
Die Bezeichnung "Dom" kommt aus dem Französischen "dôme" für Kuppel und ging nach dem Bau der beiden Kuppeltürme in den Sprachgebrauch über.
Als am 28. Juli 1781 bei den Bauarbeiten der Kuppelturm des Deutschen Doms in sich zusammenstürzte, wurde Gontard von seinen Aufgaben entbunden und Georg Christian Unger mit der Fertigstellung des Baus beauftragt.
Johann Gottfried Schadow hielt als Zeitzeuge diesen Einsturz in einer Zeichnung fest.
Der Skulpturenschmuck zeigt Szenen aus dem Leben Christi und wurde von Constantin Philipp Sartori d. J. nach Entwürfen von Christian Bernhard Rode angefertigt.
Die Märzrevolution von 1848 konnte der hilflos agierende
Friedrich Wilhelm IV mit seinen zögerlichen und verspäteten Zugeständnissen nicht verhindern. Sein Bruder und späterer Nachfolger
Wilhelm I ließ die Barrikadenkämpfe indes blutig niederschlagen, was ihm in der aufgebrachten Bevölkerung den Beinamen "Kartätscherprinz" einbrachte.
Die Todesopfer wurden zunächst vor dem Deutschen Dom aufgebahrt, bevor sie in einem Trauerzug zum Friedhof der Märzgefallenen gebracht und dort beigesetzt wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das schwer beschädigte Gebäude wieder aufgebaut und 1984 verstaatlicht.
Nach der Wende wurde das ehemalige Gotteshaus erneut gründlich restauriert und dient seitdem als Ausstellungsort für den Deutschen Bundestag.
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