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Claire Waldorff

Claire Waldorff

Claire Waldoff wurde am 21. Oktober 1884 in Gelsenkirchen als Clara Wortmann geboren und starb am 22. Januar 1957 in Bad Reichenhall.

Obwohl Claire keine gebürtige Berlinerin war, wurde sie zu einem Berliner Original und ist aus der Künstlerszene der Zwanziger Jahre nicht mehr wegzudenken.
Eigentlich wollte sie nach bestandenem Abitur Medizin studieren, aber da sie aus einem kinderreichen Elternhaus stammte und noch 15 Geschwister hatte, reichten die finanziellen Mittel für ein solches Studium nicht aus.
So entschied sie sich schließlich für die Schauspielerei. Mit ihren ersten Engagements in Bad Pyrmont und Kattowitz nahm sie auch den Künstlernamen Claire Waldorff an.
1907 kam sie nach Berlin, wo sie sich zunächst mit kleineren Rollen über Wasser hielt. Erst ihr Entschluss, vom Theater zum Kabarett zu wechseln, brachte den künstlerischen Durchbruch.

Ihre größten Erfolge feierte Claire Waldorff in den Goldenen Zwanziger Jahren. Sie wurde bekannt durch Schlager und Chansons, die sie in Berliner Mundart vortrug. Sie gastierte an allen stadtbekannten Bühnen und sang auch Operetten. Ihre Chansons stammten von prominenten Künstlern wie Walter Kollo, Kurt Tucholsky und Friedrich Hollaender.
Der Siegeszug der Schallplatte und das Radio, das in immer mehr Haushalte Einzug hielt, begünstigte ihre überregionale Popularität ganz wesentlich.

Krawatte, Hemdbluse und Bubikopf machten Claire Waldorff unverwechselbar.
Das Tragen eines Herrenanzuges hatte man ihr aber strengstens untersagt, denn dazu war die Zeit noch lange nicht reif.
Wie denn auch? Selbst noch 1966 wurde der mit einem Hosenanzug bekleideten Sängerin Esther Ofarim der Zutritt zur Bar des Hamburger Atlantic-Hotels verwehrt und auch Senta Berger wurde es drei Jahre später nicht gestattet, im Hosenanzug in einem Londoner Hotel das Dinner einzunehmen.
Die SPD-Abgeordnete Helene-Charlotte von Bothmer war die erste Politikerin. die es wagte, sich am Rednerpult des Bundestages im Hosenanzug zu präsentieren. Provoziert hatte dies zuvor Bundestagsvizepräsident Richard Jäger (CSU) durch seine Drohung, jede Frau aus dem Plenarsaal zu werfen, die es wagen sollte, dort im Hosenanzug zu erscheinen.
Dies war im April 1970. Aber Schwamm drüber, heute kann Frau im Hosenanzug selbst Bundeskanzlerin werden...., den Vorkämpferinnen sei es gedankt!

Während des Nazi-Regimes erhielt Claire Waldorff zunächst Auftrittsverbot, das aber, nachdem sie dem Reichskulturministerium beigetreten war, wieder aufgehoben wurde.
Dennoch ging ihre Karriere langsam zu Ende.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Claire Waldorff nicht mehr an ihre alten Erfolge anknüpfen und verarmte.
Anlässlich ihres 70. Geburtstags gewährte ihr der Berliner Magistrat eine kleine Ehrenrente. 1953 erschien ihre Autobiografie "Weeste noch?"
Vier Jahre später starb Claire Waldorff infolge eines Schlaganfalls.

Claire Waldorff liegt neben ihrer Lebensgefährtin Olga von Roeder in einem Familiengrab auf dem Stuttgarter Pragfriedhof. Die beiden Frauen hatten sich 1917 kennen- und lieben gelernt und führten eine lebenslange Partnerschaft.

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