Um 1730 ließ König
Friedrich Wilhelm I in der Ende des 17. Jahrhunderts gegründeten und 1710 nach Berlin eingemeindeten Friedrichstadt Manufakturen ansiedeln, um ihr zu einem wirtschaftlichen Aufstieg zu verhelfen.
Bald entstand in der Leipziger Straße 3 ein Stadtpalais mit einer Seidenmanufaktur. Daneben siedelte sich eine Porzellanmanufaktur an, die von Johann Ernst Gotzkowsky gegründet wurde. Dies war die Geburtsstätte der KPM, der Königlichen Porzellan-Manufaktur.
Von 1825 bis 1851 befand sich das Stadtpalais im Besitz der Familie Mendelssohn-Bartholdy. Hier soll Felix Mendelssohn-Bartholdy beim Anblick der imposanten Gartenanlage zu seiner Ouvertüre "Ein Sommernachtstraum" inspiriert worden sein.
Als 1848 die Bürgerliche Revolution losbrach, konstituierte sich der
Preußische Landtag mit seinen beiden Kammern. Eine davon, das Preußische Herrenhaus, wurde 1851 in einem Anbau des Stadtpalais untergebracht.
Auch der Reichstag des Norddeutschen Bundes tagte auf dem Anwesen und seit 1871 der Reichstag des Deutschen Kaiserreiches.
Nach dem Neubau des Reichstagsgebäudes 1894 am Spreeufer wurde ein Neubau für das Preußische Herrenhaus geplant und 1904 fertiggestellt.
Im Revolutionsjahr 1918 tagte hier der Rätekongress und läutete die Weimarer Republik ein.
Von 1921 bis 1933 tagte in dem Gebäude der preußische Staatsrat als Vertretung der Provinzen. Sein Vorsitzender war Konrad Adenauer, der 1917 als Kölner Oberbürgermeister zum Mitglied des Preußischen Staatsrates berufen worden war.
Unter den Nationalsozialisten wurde das Gebäude dem RLM (Reichsluftfahrtministerium) angegliedert und unterstand somit Hermann Göring.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Preußische Herrenhaus teilweise schwer beschädigt. Dennoch restaurierte man das Gebäude nur notdürftig und ließ es zum Lagerraum verkommen. Nur wenige Räume wurden für die Staatliche Planungskommission der DDR genutzt sowie für die Akademie der Wissenschaften und den Akademieverlag.
Nach der Wende entschloss man sich, in dem repräsentativen Gebäude den Bundesrat unterzubringen. Allerdings waren vor dem Einzug umfangreiche Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten notwendig. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 200 Millionen DM.
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